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Veranstaltungskalender
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SCHMERZEN ALS KRANKHEIT

SCHMERZEN ALS KRANKHEIT

Art:
Komm ins Uniklinikum
Datum:
20.07.2017
Uhrzeit:
18:00 Uhr
Ort:
Großer Hörsaal LKH
Vortragende:
OÄ Dr. Sylvia Reichl (Universitätsklinik für Anästhesiologie u. Intensivmedizin der PMU), 1. OÄ Dr. Karin Zott-Oppeneiger (Universitätsklinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation der PMU), Mag. Franz Wendtner (Universitätsinstitut für Klinische Psychologie der PMU)

Chronischer Schmerz kann viele Gründe haben und ist schwierig zu behandeln. Rund 20 Prozent der europäischen Bevölkerung leiden an chronischen Schmerzen.

Wenn der Chronische Schmerz zur Krankheit wird
Wenn der Schmerz seine Warnfunktion verloren hat, kann er sich eigenständig weiter entwickeln und zu einem eigenen Krankheitsbild, der sog. Schmerzkrankheit, werden. Diese hat in den letzten Jahren massiv zugenommen. Die Patientinnen und Patienten haben meist eine lange Vorgeschichte an verschiedensten medizinischen und chirurgischen Vorhandlungen und nicht erfolgreichen Therapieversuchen. Starke fortdauernde Schmerzen führen auch  zu Veränderungen der schmerzverarbeitenden Nervenzellen in Rückenmark und Gehirn. Im Gegensatz zum akuten Schmerz sind beim chronischen Schmerz nicht nur der Körper, sondern auch die Psyche und das soziale Umfeld betroffen (bio-psycho-soziales Modell). Eine erfolgreiche Rehabilitation ist in diesen Fällen nur durch enge interdisziplinäre Zusammenarbeit  unter Einbeziehung all dieser Faktoren möglich.

Aspekte aus der Physikalischen Medizin und Rehabilitation
Die Rehabilitationsmedizin beschäftigt sich mit der biopsychosozialen Problematik des Patienten und geht über die kurative Medizin hinaus, die meist mehr oder weniger spezifisch bei Erkrankungen des Stütz-und Bewegungsapparates  eingesetzt wird. Zur Schmerzlinderung, Korrektur schmerzbedingter Fehlhaltung, Erhaltung und Verbesserung der Gelenksbeweglichkeit und zur muskulären Stabilisierung setzt die Physikalische Medizin verschiedene passive und aktive Methoden ein, die auch insgesamt zur Verbesserung der Lebensqualität des schmerzkranken Patienten führen.
Der Ausbau entsprechender Angebote wie etwa ambulanter Rehabilitationszentren wäre bei der steigenden Anzahl an Patienten sinnvoll und wünschenswert.

Psychologische Aspekte
Chronischer Schmerz kann auf Dauer mutlos, hilflos und mürbe machen. Gestörter Schlaf, Gereiztheit, Angst und depressive Symptome können hinzu kommen und das Leben schwer machen. Deshalb ist es wichtig, auch die psychosoziale Dimension des Schmerzgeschehens  in eine  multimodale Schmerztherapie einzubinden. Im Vortrag werden verschiedene Möglichkeiten der psychologischen Schmerztherapie und wirksame Wege zur Selbsthilfe praktisch vorgestellt, um chronische Schmerzen selbstständig lindern und die individuelle Lebensqualität heben zu können.

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