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COPD- die unbekannte Volkskrankheit

COPD- die unbekannte Volkskrankheit

Art:
Komm ins Uniklinikum
Datum:
03.05.2018
Uhrzeit:
18:00 Uhr
Ort:
Großer Hörsaal LKH
Vortragende:
Prim. Univ.-Prof. Dr. Michael Studnicka (Universitätsklinik für Pneumologie der PMU)

Therapeutische Möglichkeiten jenseits von Rauchstopp und Beatmung.
 

Jeder zehnte Erwachsene leidet an COPD, das belegen internationale und Salzburger Daten. Die dritthäufigste Todesursache wird allerdings bei 80% der Betroffenen nicht diagnostiziert. Weltweit ist die chronisch obstruktive Lungenerkrankung auch ein Hauptgrund für eine hochgradige Einschränkung der Lebensqualität. COPD entwickelt sich schleichend über Jahre und Jahrzehnte und führt zu Beschwerden wie Atemnot und Husten. Da die COPD zumeist bei Rauchern auftrifft, werden diese Beschwerden im Frühstadium oft bagatellisiert.

Für die exakte Diagnosestellung ist die Messung der Lungenfunktion (Spirometrie) unerlässlich. Mit diesem einfachen Test, der auch für den Patienten keine Belastung darstellt, kann die Engstellung der Atemwege („Obstruktion“) gemessen werden und der Schweregrad der COPD bestimmt werden.

Je früher die Diagnose gestellt wird, umso rascher können wirksame Therapien wie die Entwöhnung vom Zigarettenrauchen und die Inhalation von Medikamenten begonnen werden. Hier kommen anti-obstruktive Substanzen zum Einsatz, welche die verengten Atemwege wieder weit stellen. Bei diesen unterscheiden wir zwei Gruppen, die Beta-Mimetika und die Anticholinergika. Kombinationspräparate aus beiden bewirken eine deutlich bessere Weitstellung der Atemwege. Dies bedeutet bessere Messwerte bei der Lungenfunktion und bessere Lebensqualität für den Patienten.
Bei einem Teil der COPD-Patienten, die Hinweise für eine allergische Form ihrer Erkrankung aufweisen, kann auch Kortison zum Inhalieren verwendet werden. Laufende Studien werden darüber hinaus klären, ob eine spezifische Behandlung der Entzündung bei COPD durch die Verwendung von mono-klonalen Antikörpern wirksam ist.

Beim Fortschreiten der COPD geht immer mehr Lungengewebe zugrunde, sodass sich ein Emphysem entwickelt. Dies ist im Besonderen bei jenen Personen der Fall, die einen genetisch bedingten Enzymmangel aufweisen („Alpha-1-Anti-trypsin-mangel“). Ist die Lungenfunktion auf weniger als 30% eingeschränkt, ist die Frage zu klären, ob eine Sauerstofftherapie oder eine Maskenbeatmung erforderlich sind. Beide Maßnahmen bewirken ein deutlich besseres Überleben mit COPD.

Die Gesamtkosten für die COPD werden in Österreich auf 270-840 Millionen Euro/Jahr geschätzt. Da COPD sowohl für die Betroffenen als auch für das Gesundheitswesen hochrelevant ist, müssen Maßnahmen der Tabakprävention dringend umgesetzt werden. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ist Österreich dabei leider seit Jahren säumig.

 

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