Phosphatidylethanol (PEth)
Schein
Labor
Verfügbarkeit
Benötigtes Material
Behälter

Abnahme nüchtern
Einverständniserklärung notwendig
Vorbereitung des Patienten
Probengewinnung
Vor der Blutabnahme darf kein Ethanol zur Desinfektion verwendet werden!
Weitere präanalytische Hinweise
Probenversand
Transporthinweis
Laborbereich
- TQ5500+ (Sciex) - (TQ5500+ - Zentrallabor LKH)
Methode
Störungen
Nicht mit Polystyrolmaterial verwendbar.
Kommentar
Alternatives Material
Alternativ können auch andere Antikoagulationsröhrchen wie LH Lithium Heparin oder NH Natrium Heparin verwendet werden.
Links
zuständiger Akademiker/Akademikerin
LOINC-Code
Interpretation
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Vor der Blutabnahme darf kein Ethanol zur Desinfektion verwendet werden!
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Allgemein:
Zur Labordiagnostik des Alkoholmissbrauchs stehen Parameter sowohl zum Nachweis des akuten Trinkens, als auch für den chronischen Missbrauch (Alkoholiker) bzw. zur Abstinenzkontrolle und Rückfalldiagnostik zur Verfügung. Der akute, einige Stunden zurückliegende Alkoholmissbrauch wird meist durch die Bestimmung von Ethanol in der Atemluft (Atemalkoholtests) und der Bestimmung des Blutalkoholspiegels nachgewiesen. Zur Ermittlung des längerfristigen, chronischen Missbrauchs (d.h. mehrere Tage bis cirka 4 Wochen) hat sich die Bestimmung von Phosphatidylethanol (PEth) etabliert. PEth ist ein hochspezifischer und direkter Biomarker des Alkoholkonsums, der ausschließlich in Anwesenheit von Ethanol in der Phospholipid-Doppelschicht der Zellmembranen der roten Blutkörperchen gebildet wird. Die Bildung von PEth erfolgt durch eine enzymatische Reaktion, die von dem Enzym Phospholipase D katalysiert wird. In der Gegenwart von Ethanol werden verschiedene Phosphatidylcholine durch das Phospholipase D in PEth umgewandelt. Die häufigsten Vertreter sind hier PEth 16:0/18:1 und PEth 16:0/18:2.
Aufgrund seiner hohen Spezifität und Sensitivität eignet sich PEth zur objektiven Beurteilung eines zurückliegenden und regelmäßigen Alkoholkonsums über einen längeren Zeitraum. Daher wird Bestimmung von PEth aus Vollblut insbesondere zur Abklärung und Verlaufskontrolle bei Verdacht auf chronischen oder relevanten Alkoholkonsum sowie zur Überwachung der Alkoholabstinenz eingesetzt. Selbst geringe Ethanol-Mengen führen zu einer Bildung von PEth in den Erythrozyten-Zellmembranen.
Die PEth-Konzentration korreliert direkt mit der Menge des konsumierten Alkohols und ermöglicht daher ein längeres Nachweisfenster.
Referenzbereich:
Grenzwerte für PEth 16:0/18:1 im Vollblut als Indikator für den Alkoholkonsum innerhalb des Monats vor der Probennahme:
<20 ng/ml: vereinbar mit Abstinenz oder geringem Alkoholkonsum
20 - <200 ng/ml: gelegentlicher, mäßiger Alkoholkonsum (social drinking)
>=200 ng/ml: Indiz für chronischen übermäßigen Alkoholkonsum (riskful drinking)
(Luginbühl, M et al. Drug Test Anal. 2022;14:1800-1802).
Indikationen:
Beurteilung von Alkohol Abstinenzbehauptungen, bzw. Widerlegung von behaupteten Konsummustern.
Erhöht bei:
Ausschließlich bei Alkoholeinnahme (auch akzidentiell), direkter Alkoholmarker.
Kommentar
TDM und Toxikologie
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