Zink im Plasma

Basisdaten

Schein

A

Labor

Zentrallabor LKH

Verfügbarkeit

1x/Woche

Benötigtes Material

Benötigtes Material

0,5 ml Heparin-Plasma

Behälter

Heparin-Röhrchen
Heparin-Röhrchen

Präanalytik

Abnahme nüchtern

Ja

Einverständniserklärung notwendig

Nein

    Vorbereitung des Patienten

    Die Blutentnahme sollte am nüchternen Probanden erfolgen, da die Zn-Konzentration im Blut nach Nahrungsaufnahme abfällt.

    Probengewinnung

    Längere Stauung bei der venösen Blutentnahme ist zu vermeiden, da der Zinkgehalt im Plasma/Serum mit der Stärke und Dauer der Stauung ansteigt.

    Weitere präanalytische Hinweise

    Aufgrund relativ hoher zellulärer Zinkkonzentrationen (Erythrozyten, Thrombozyten) bewirkt eine Hämolyse einen Anstieg der Zinkkonzentration im Serum/Plasma.

    Probenversand

    Transporthinweis

    Analysegeräte

    Laborbereich

    Instrumentelle Analytik Tel.:+43 (0) 5 7255 - 23018
    • PinAAcle 900Z (AAS) (Perkin Elmer) - (AAS - Zentrallabor LKH)

    Analytik

    Methode

    Atomabsorptionspektroskopie

    Störungen

    Aufgrund relativ hoher zellulärer Zinkkonzentrationen (Erythrozyten, Thrombozyten) bewirkt eine Hämolyse einen Anstieg der Zinkkonzentration im Serum/Plasma.

    Kommentar

    Kommentar 29.2.2012

    Ab 29.02.2012 erfolgt eine methodische Umstellung bei der Bestimmung von Zink im Plasma. Die bisherige photometrische Quantifizierung eines 5-Br-PAPS (2-(5-Bromo-2-Pyridylazo)-5-[N-Propyl-N-(3-Sulfopropyl)Amino-Phenol) Zinkkomplexes wird durch den Einsatz der Elektrothermalen-Atomabsorptionsspektrometrie (ET-AAS) abgelöst. Diese Methode wird aufgrund der hohen Sensitivität in der Spurenelementanalytik verwendet und gilt als Referenzmethode für die Bestimmung von Zink.

    Die durchgeführten Vergleichsmessungen zwischen der bisherigen photometrischen Methode und der AAS zeigten im Mittel eine sehr gute Übereinstimmung. Durch die Methodenumstellung kommt es zu einer geringfügigen Änderung des Referenzbereichs.

    Neuer Referenzbereich:

  • Frauen: 0.6 - 1.45 mg/l
  • Männer: 0.8 - 1.7 mg/l
  • Alternatives Material

    Links

    Details

    zuständiger Akademiker/Akademikerin

    Priv-Doz. Mag. Dr. Hannes Oberkofler Tel.:+43 (0)5 7255 - 23030

    LOINC-Code

    Interpretation

    Allgemein:

    Zink ist ein wichtiges Spurenelement. Etwa 99% des Gesamtkörper-Zinks befindet sich innerhalb von Zellen, der Rest im Blutplasma und der extrazellulären Flüssigkeit. Bisher konnten über zweihundert Zinkproteine identifiziert werden und Zink- Metallenzyme kommen in allen sechs Enzymklassen: Oxyreduktasen, Transferasen, Hydrolasen, Lyasen, Is merasen und Ligasen vor. Bekannte Beispiele sind die Alkoholdehydrogenase, die RNA- und DNA-Polymerase, die alkalische Phosphatase, die Pyruvatcarboxylase und die Carboanhydrase. Dementsprechend vielfältig sind die physiologischen Funktionen von Zink im menschlichen Organismus und unter den Zeichen eines Zinkmangels werden noch vor dem Auftreten klinischer Symptome zunächst die Aktivitäten zinkhaltiger Enzyme betroffen sein. Besonders ausgeprägte Aktivitätsminderungen werden bei alkalischer Phosphatase, Carboanhydrase, Alkoholdehydrogenase und Thymidinkinase gefunden. Thymidinkinase wie auch DNA- und RNA-Polymerasen sowie RNA-Synthetasen sind Schlüsselenzyme der Nukleinsäuresynthese, so daß Zink auch die Genexpression von Enzymen reguliert.

    Etwa 70% des Serum Zinks sind an Albumin und andere Proteine gebunden. Der Serum-Zink-Spiegel ist ziemlich konstant, geringfügige diurnale Variation kommt jedoch vor. Die Absorption von Zink im Dünndarm wird durch faserhältige Nahrung, Phosphate, Kalcium und Kupfer vermindert, während Peptide, Aminosäuren und Chelatbildner die Absorption von Zink erhöhen. Der Zinkspiegel kann fallen, wenn Aufnahme oder Absorption (z. B. durch Darmerkrankungen) verringert ist, oder die Ausscheidung über Stuhl und Harn erhöht ist (Hypo-Albuminämien verschiedenster Genese, Verabreichung von Penicillamin, katabole Zustände). Der Zinkspiegel fällt auch bei Herzinfarkt, Infektionen, malignen Erkrankungen und Hepatitis, wobei eine Umverteilung von Zink ins Gewebe ursächlich beteiligt sein dürfte. Der Zinkbedarf ist in der Schwangerschaft und im Wachstumsalter erhöht. Zink-Mangel kann zu Wachstumsverlangsamung, Haarausfall, Dermatitis, immunulogischen, psychologischen Störungen usw. führen. Erniedrigte Serumwerte beweisen jedoch nicht die Diagnose des Zinkmangels, die lediglich durch Besserung der Symptomatik nach Substitution gesichert erscheint. Zinkbestimmungen im Gewebe können dabei hilfreich sein.

    Die autosomale-rezessive Erkrankung Akrodermatitis-Enteropathika dürfte auf einen Defekt in der Zink-Absorption zurückzuführen sein. Zink-Mangelzustände können auch während totaler parenteraler Ernährung auftreten.

    Zink-Toxizität wird nach Inhalation zinkhältiger Gase (Schweißtechnik), oraler Überdosierung oder auch intravenöser Verabreichung beobachtet. Klinische Erscheinungen von Zinktoxizität sind: Fieber, Schüttelfrost, vermehrter Speichelfluß, Kopfweh, Husten, Leukozytose, Pankreatitis, Ulcus ventriculi und pulmonale Fibrose.

    Indikationen:

    s. Feld "Indikationen" im Reiter "Allgemein"

    Erhöht bei:

    Inhalation zinkhältiger Gase (Schweißtechnik)

    oraler Überdosierung

    intravenöser Verabreichung

    Erniedrigt bei:

    verringerte Aufnahme oder Absorbtion (Darmerkrankungen wie M. Crohn)

    Akrodermatitis-Enteropathika

    parenterale Ernährung

    erhöhter Bedarf bei Schwangerschaft

    vermehrte Ausscheidung über Stuhl und Harn (Hypo-Albuminämien verschiedenster Genese, Verabreichung von Penicillamin, katabole Zustände)

    chronische Hämodialyse

    Herzinfarkt

    Inflammation und Infektionen

    chronische Lebererkrankungen

    Pankreatitis

    maligne Erkrankungen

    Kommentar

    Indikationen

    Funktionsgruppe

    Dokumente

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