Faktor XII

Basisdaten

Schein

G

Labor

Zentrallabor LKH

Verfügbarkeit

Werktags zu Routinezeiten

Benötigtes Material

Benötigtes Material

3 ml Citratblut

Behälter

Gerinnungsröhrchen
Gerinnungsröhrchen

Präanalytik

Abnahme nüchtern

Nein

Einverständniserklärung notwendig

Nein

    Vorbereitung des Patienten

    Probengewinnung

    Zu falschen Werten kann es bei folgenden Umständen kommen:

  • Zu langer venöse Stauung. (Diese bewirkt eine lokale Aktivierung der Fibrinolyse als auch der Gerinnung.)
  • Unterfüllung des Citratröhrchens (Verhältnis Citrat: Plasma falsch)
  • Ungenügende Mischung des Röhrchens nach der Abnahme (Teilgerinnung)
  • Zu starkes Aspirieren
  • Zu langes Stehen lassen der Probe
  • Abnahme aus liegenden Zugängen
  • Ungenügende oder zu späte Zentrifugation (Plasma zu plättchenreich)
  • Weitere präanalytische Hinweise

    Eine unsachgemäße Probenhandhabung kann zu fälschlich erhöhten oder erniedrigten Einzelfaktor-Bestimmungen führen.

    Medikamente welche die Gerinnung beträchtlich beeinflussen und bei jeder Gerinnungsanalyse angegeben werden

    sollten sind:

  • Heparine
  • Coumarine
  • direkte IIa/Xa-Inhibitoren
  • Lupus Antikoagulans kann bei der Einzelfaktor- Bestimmung die tatsächliche Faktor-Aktivität verändern. In einem solchen Fall wird ein Verdünnungseffekt beobachtet, falls sich Lupus Antikoagulans in der Untersuchungsprobe befindet.

    Bei längeren Wegstrecken Abseren des Materials notwendig

    Probenversand

    Transporthinweis

    Analytik

    Methode

    Fibrinbildungsdetektion

    Störungen

    Das Citratblut sofort nach Abnahme unter Vermeidung von Schaumbildung gut mischen, anschließend sofort bei mindestens 1500 x g für mindestens 10 Minuten zentrifugieren.

    Kommentar

    Alternatives Material

    Links

    Details

    zuständiger Akademiker/Akademikerin

    Univ.Prof. Dr. Janne Cadamuro Tel.:+43 (0)5 7255 - 57263

    LOINC-Code

    Interpretation

    Allgemein:

    Die Bestimmung der Einzelfaktoren der Gerinnung ist nur nach vorheriger Gerinnungsanamnese (Erwachsene / Kinder) und Globaltest-Analytik (PTT, PZ) durchzuführen.

    Welche Faktoren bei welchen Befundkostellationen der Globalteste sinnvoll ist zeigt ihnen diese Aufstellung:

    PZ pathologisch / PTT normal:

    Faktor VII

    PTT pathologisch / PZ normal:

    Faktor XII

    Faktor XI

    Faktor IX

    Faktor VIII

    Lupus-AK

    von Willebrand Syndrom

    PTT und PZ pathologisch:

    Potentiell kann hier jeder Gerinnungsfaktor ursächlich sein. Meißt liegt eine kombinierte Verminderung mehrer Faktoren z.B. bei Bildungsstörung durch Leberschädigung oder medikamentös vor.

    PZ und PTT normal (bei entsprechender Klinik):

    Faktor XIII

    mildes von Willebrand Syndrom

    In Kombination von Klinik und Laborbefunden kann noch folgende Interpretation in Betracht gezogen werden:

    PTT leicht verlängert ohne Blutungszeichen:

    Lupus-Anikoagulans

    PTT stark verlängert ohne Blutungszeichen:

    Faktor XII-Mangel

    HMWK-Mangel

    PTT leicht verlängert mit Blutungszeichen:

    von Willebrand Syndrom

    Leichter Faktorenmangel (Bsp.: Konduktorinnenstatus)

    PTT stark verlängert mit Blutungszeichen:

    Faktorenmangel (angeboren / erworben)

    von Willebrand Syndrom

    Inhibitor gegen Gerinnungsfaktoren

    Interpretation der Faktor XII - Werte:

    Ein Faktor XII-Mangel ist die häufigste Ursache einer massiv verlängerten PTT ohne Blutungssymptomatik.

    1-70%: Keine Blutungsneigung ! Erhöhtes Thromboserisiko nicht auszuschließen.

    <1%: Homozygoter Faktor XII-Mangel wird mit thromboembolischen Ereignissen, sowie dem heriditären Angioödem in Verbindung gebracht.

    Quelle: Barthels, v. Depka, Das Gerinnungskompendium, Thieme 2003

    Kommentar

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