„Hebamme zu sein, ist kein Beruf, sondern eine Berufung“, sagt Angelina Kovac mit einem strahlenden Lächeln, das selbst unter der FFP2-Maske zu sehen ist. Die 38-Jährige ist seit November 2020 leitende Hebamme am Uniklinikum Salzburg – jährlich kommen an der Uniklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe rund 2800 Babys zur Welt (siehe weitere Facts). Angelina Kovac hat bereits 700 Kinder auf dem Weg ins Leben begleitet und ist voller Leidenschaft für Ihre Berufung: „Wir dürfen Frauen auf dem Weg zur Mutterschaft und Paare auf dem Weg zur Familie begleiten. Das Leben ist ein Wunder und wir sind in den ersten Momenten dabei.“

Die gebürtige Stadt-Salzburgerin wurde in den Jahren 2006–2009 an der Fachhochschule in Puch-Urstein zur Hebamme ausgebildet. Danach war sie mehrere Jahre am Salzkammergut Klinikum Vöcklabruck tätig, bevor sie Anfang März 2015 ans Uniklinikum Salzburg wechselte: „Ich habe hier schon meine Praktika während des Studiums absolviert und für mich war es immer klar, dass ich gerne in meiner Heimatstadt arbeiten möchte.“

Angelina Kovac ist eine getriebene Frau – im besten Sinne des Wortes: „Ich sehe mich als positiven und kommunikativen Menschen. Ich will mich immer weiterentwickeln, möchte was bewegen, habe viele Ideen und bin auch offen für Ideen. Ich möchte gerne einfach etwas weiterbringen.“ Daher entschloss sie sich vor zwei Jahren, an der Donau-Universität Krems das Masterstudium für Gesundheitsmanagement zu inskribieren.

Von da an war der Schritt, sich auch beruflich weiterentwickeln zu wollen, praktisch vorgegeben. Mit der Pensionierung der langjährigen leitenden Hebamme Tamara Meyhöfer im Herbst des Vorjahres, bot sich die Chance. „Ich kann jetzt das, was ich im Studium lerne, umsetzen und weitergeben.“ Um fachlich auch in Zukunft am Ball zu bleiben, konzentriert sie sich nicht nur auf ihre Leitungsfunktion, sondern absolviert zudem regelmäßig Dienste in den Kreißsälen.

Obwohl sie eine leitende Funktion hat, arbeitet Angelina Kovac ohne Überstunden „nur“ 30 Stunden pro Woche, mehr wäre aber neben dem Studium und drei eigenen Kindern – Valentina (7), Noah (9) und Anna (17) – auch kaum möglich. „Mein Leben ist schon sehr gut geplant und getaktet“, verrät sie mit einem Augenzwinkern. „Und dennoch muss ich oft auf einen Plan B zurückgreifen – aber das müssen wir auch manches Mal im Kreißsaal.“ Kinder von Hebammen seien allerdings daran gewöhnt, dass die Mamas auch nachts und an Wochenende arbeiten. „Das macht sie insgesamt selbstständiger.“ Und es hilft natürlich, dass Ehemann Ivica als selbstständiger Physiotherapeut und Osteopath Herr seines eigenen Terminkalenders ist und auch eine engagierte Oma zur Seite steht. „Die Familie ist mein wichtigstes Netzwerk.“

Diesen Ansatz verfolgt Angelina Kovac auch beruflich: „Wir wollen natürlich die Väter ins Boot holen. Ich halte es für wichtig, dass werdende Mütter und Väter Geburtsvorbereitungskurse besuchen. Dabei können wir das Urvertrauen der Frauen im Hinblick auf die Geburt stärken und die Paare lernen die Hebammen und die Klinik kennen.“

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie gibt es auch im Bereich der Geburtshilfe Einschränkungen, die besonders die Besuchsregeln umfassen. Aber: „Die Väter durften bei der Geburt stets dabei sein, das war uns ganz besonders wichtig“, betont Angelina Kovac. Und sie können auch nach der Geburt ihre Partnerin und ihr Kind auf der Wochenstation täglich sehen. Weitere Besucher sind nur in begründeten Ausnahmen möglich. „Wir merken aber, dass die Mütter das schätzen. Sie haben mehr Zeit, sich auf das Kind zu konzentrieren. Wir bekommen hier viele positive Rückmeldungen und sehen zudem, dass es deutlich weniger Stillschwierigkeiten gibt, weil die Mütter insgesamt entspannter sind.“

Weitere Facts:

  • Rund 2800 Kinder kommen pro Jahr am Uniklinikum Salzburg zur Welt.
  • Weitere knapp 900 bzw. 200 Geburten gibt es in den Landeskliniken Hallein und Tamsweg.
  • 38 Hebammen sind am Uniklinikum Salzburg tätig. Vier davon sind rund um die Uhr im Kreißsaal-Dienst, drei weitere betreuen tagsüber die Schwangerenambulanz.
  • Am Uniklinikum Salzburg stehen sechs Kreißsäle zur Verfügung, von denen vier über eine Gebärbadewanne verfügen.
  • Außerdem stehen 24/7 medizinische Expertinnen und Experten aus allen Fachrichtungen zur Verfügung, sollte es zu Komplikationen kommen.
  • Zur Geburtsvorbereitung bietet die Elternschule Kurse für werdende Mütter und Väter – Infos finden Sie unter https://salk.at/11874.html.
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