Signalkuppe (Margherita-Hütte) 2016

Effekte von inhalativem Budesonid auf Inzidenz und Schweregrad der Akuten Bergkrankheit auf 4559 m


Die Akute Bergkrankheit (ABK) entsteht bei fehlender Akklimatisation in Höhen >2500 m und äußert sich in Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schlaflosigkeit und Schwindel.  Aktuelle Theorien gehen davon aus, dass die Symptome durch eine Beteiligung des Gehirns entstehen. Personen, die an ABK erkrankt sind, haben weniger Sauerstoff im Blut als Personen ohne ABK. Dies deutet auf eine Beteiligung der Lunge bei der Entstehung der ABK hin.
Mit dieser Studie wurde untersucht, ob die Inhalation des Kortikoids Budesonid (was nur auf die Lunge wirkt) nach aktivem Aufstieg auf 4559 m Höhe vor der ABK schützt. Dazu begannen 51 freiwillige Probanden einen Tag vor Aufstieg in die Höhe mit der Inhalation von Plazebo, Budesonid 200 µg (B200) oder Budesonid 800 µg (B800) jeweils 2 x täglich (n=17 pro Gruppe). Die Probanden stiegen in Begleitung von Bergführern in <20 h von 1130 m auf 4559 m (Margherita-Hütte, Monte Rosa, Italien) auf, mit einer Übernachtung auf 3647 m). Nach 7, 20, 32 und 44 h wurden das Auftreten und der Schweregrad der ABK anhand standardisierter Fragebögen (AMS-C Score und Lake Louise Score) erhoben sowie Blutabnahmen, Lungenfunktionstests, und ein Herzultraschall zur Bestimmung des Lungendruckes durchgeführt.

In der Studie zeigte sich, dass inhalatives Budesonid weder Häufigkeit und Schweregrad der ABK, noch den Lungenarteriendruck verringert und somit nicht als Prophylaxe der ABK empfohlen werden kann.

 

 

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