Leberkrebs - Universitätsklinik für Chirurgie

Leberkrebs

Symptome des Leberkrebses

Die Leber ist das zentrale Stoffwechsel- und Entgiftungsorgan des Körpers. Sie liegt im rechten Oberbauch und produziert einerseits wichtige Substanzen wie Eiweißstoffe und Galle andererseits befreit sie den Organismus von Giftstoffen oder auch Medikamenten.
Symptome werden bei Befall durch einen Krebs (Lebertumor) oft nur schwer oder spät bemerkt. Diese können von Gewichtsverlust und einem allgemeinen Schwächegefühl bis zu Oberbauchschmerzen oder einer Gelbverfärbung der Augen und Haut reichen.
Bei der Gelbverfärbung (Ikterus) wird der Galleabfluss durch den Leberkrebs blockiert, sodass der Gallefarbstoff in der Haut abgelagert wird.

Die Leberzirrhose ist keine bösartige Erkrankung der Leber. Dennoch kann sich auf Boden einer Leberzirrhose ein Karzinom entwickeln. Die kontinuierliche Schädigung der Leberzellen führt dabei zu einem Strukturumbau und einem Funktionsverlust. Spinnenartige Muttermale (Spider naevi), Speiseröhrenkrampfadern (Ösophagusvarizen) oder auch das Auftreten von Bauchwasser (Aszites) sind Symptome der Leberzirrhose.

In der Leber werden verschiedene Arten von Tumoren unterschieden.
Das Leberzellkarzinom, wie auch das Gallengangkarzinom entstehen direkt in der Leber und werden dem primären Leberkrebs zugerechnet.
Eine Lebermetastase bezeichnet dagegen eine Absiedelung von Krebszellen eines anderen Tumors in die Leber. Die häufigsten Lebermetastasen sind Tochtergeschwülste des Dickdarm- und Mastdarmkrebses, der Lunge sowie der Brustdrüse.

Diagnose des Leberkrebses

Häufig wird ein suspekter Lebertumor mit einem hochauflösenden Ultraschall entdeckt. Die Aussagekraft des Ultraschalls kann durch den Einsatz von Kontrastmittel in manchen Befundlagen verbessert werden.
Neue hochtechnologische Verfahren, wie die Computertomographie sowie die hochauflösende Kernspintomographie kommen in der weiteren Abklärung eines Leberkrebses zum Einsatz. Mit dieser bildgebenden Diagnostik können sowohl primäre Lebertumore wie das Karzinom als auch Lebermetastasen beurteilt werden.
In Einzelfällen kann eine Computertomographisch- oder Ultraschall- gezielte Punktion näheren Aufschluss über die Art des Leberkrebses erbringen.
Spezielle Blutwerte werden bei dem Verdacht auf Leberkrebs zusätzlich Aufschluss über die genaue Diagnose geben. 

Therapie des Leberkrebses und der Lebermetastasen

In Abhängigkeit von Größe, Anzahl und Lokalisation des Leberkrebses bzw. der Lebermetastasen wird ein individuelles Therapiekonzept an der Universitätsklinik für Chirurgie in Salzburg erarbeitet.
Eine operative Sanierung und komplette Entfernung des Karzinoms oder der Metastase wird angestrebt. Viele dieser Eingriffe können an unserer Abteilung durch eine Laparoskopie (Bauchspiegelung) durchgeführt werden. Bei gleicher Qualität ist der Eingriff weniger belastend und der Patient erlangt seine körperliche Fitness deutlich früher wieder, auch kann eine weitere notwendige Therapie früher wieder erfolgen.
Falls ein ausgeprägter Befall vorliegt kann bei gesunder Leberfunktion bis zu 75% der Leber operativ entfernt werden und die Leber bildet sich dann innerhalb von sechs bis zwölf Wochen nach. Nach einer erfolgreichen Entfernung des Tumors wird meist eine Chemotherapie angeschlossen.
Sollte eine Operation nicht möglich sein stehen in der Universitätsklinikum Salzburg hochtechnologische Zusatztherapien zur Verfügung. Ein etabliertes, modernes Verfahren ist hier die Radiofrequenzablation, bei der der Tumor durch extreme Hitze eingedämmt und abgetötet wird.
Eine innovative und höchst aktuelle Behandlungsmethode stellt das NanoKnife oder auch Irreversible Elektroporation (IRE) genannt dar. Hierbei werden zwischen zwei und sechs Nadeln um den Lebertumor platziert und anschließend ein elektrisches Feld erzeugt. Dieses ist mehrere tausend Volt stark und führt zu einer Schädigung der Zellmembran und zu einem Absterben der Krebszellen. Das umliegende gesunde Gewebe wird geschont und besonders schwer erreichbare Stellen oder empfindliche Regionen können behandelt werden.
Stereotaktische Bestrahlungen des Leberkrebses können wenn nötig ebenfalls erfolgen.
Daneben besteht die Möglichkeit Lebertumore durch Embolisationsverfahren zu zerstören.
Blutgefäße, die den Tumor mit Nährstoffen versorgen werden hierbei durch spezielle Substanzen verschlossen, sodass es zu einem Absterben des entsprechenden Leberareals kommt.
Aufgrund der verschiedenen Therapiemöglichkeiten bei Leberkrebs und Lebermetastasen ist eine enge Zusammenarbeit mit anderen Fachrichtungen der Universitätsklinik Salzburg essenziell, um ein individualisiertes Therapiekonzept zu erstellen. Oft kann nur die Kombination aus chirurgischer Resektion und Zusatztherapien die gewünschten Behandlungserfolge erzielen.
Die interdisziplinären Besprechungen im sogenannten „Tumorboard“ garantieren dafür die bestmögliche und schonendste Therapie.

Früherkennung und Vorsorge

Der übermäßige Konsum von Alkohol schädigt die Leber und führt zu einer Leberzellverfettung und einem zirrhotischen Umbau. Die Leberzirrhose bezeichnet eine irreversible Schädigung des Lebergewebes und führt oft zu der Entstehung eines Leberkrebses, wohingegen eine ausgewogene, vitamin- und ballaststoffreiche Ernährung die Entstehung eines Leberkrebses verringern kann.
Neben regelmäßigen Gesundenuntersuchungen kann auch eine Selbstbeobachtung bzw. die Wahrnehmung erster Symptome eine rasche Diagnose ermöglichen.   

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