Montelukast

Beschreibung: Mit steigender Überalterung der Bevölkerung (ab 2050 etwa 22% älter als 60) und der damit einhergehenden immensen Anzahl versorgungsbedürftiger, altersbedingter, neurodegenerativer Erkrankungen, sehen Gesellschaft, Medizin und Krankensystem einer großen Herausforderung entgegen. In einer zukunftsweisenden Studie (Marschallinger et al. 2015, Nature Communications) konnte das Team vom Institut für Molekulare Regenerative Medizin um Prof. Ludwig Aigner (Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg) nun zeigen, dass mit täglicher Gabe des seit bereits 15 Jahren zugelassenen Asthmamittels Montelukast, das Lern- und Gedächtnisvermögen alter Ratten in einem Zeitraum von 4-6 Wochen wieder auf das Niveau junger Ratten gebracht werden kann. Der Schlüssel hierbei ist die inhibierende Wirkung von Montelukast auf Leukotrien-Rezeptoren. Es wird vermutet, dass der Leukotrien-Signalweg maßgeblich an den histopathologischen Prozessen wie etwa Neuroinflammation, Hemmung von Neurogenese und Aufweichung der Blut-Hirn-Schranke bei altersbedingten neurodegenerativen Erkrankungen verantwortlich ist. Die Möglichkeit der Blockierung dieses Signalwegs könnte daher wegweisend in der Behandlung von bisher nur symptomatisch behandelbarer Demenzen wie etwa der Alzheimer-Demenz sein. In Kooperation mit der Demenz-Arbeitsgruppe der Uniklinik für Neurologie und der Fachgruppe der Lungenfachärzte Salzburg, wird nun unter der Leitung von Dr. Yvonne Höller in einer ersten Pilotstudie die Translation dieser vielversprechenden Erkenntnisse aus Tierversuchen an Patienten untersucht. Im Fokus stehen hierbei die elektrophysiologische Detektierbarkeit von Aktivitätsveränderungen im Zentralnervensystem durch die Einnahme von Montelukast (Beschleunigung des Grundrhythmus, Komplexität des Signals und Konnektivität im EEG), als auch in Relation zu potentiellen Veränderungen behavioraler Maße (z.B. Auswirkungen auf Aufmerksamkeit und Gedächtnisleistung). Hierzu werden die Probanden, die Montelukast aus therapeutischen Zwecken (z.B. Asthma) verschrieben bekommen haben, für zwei Testungen (einmal vor Beginn der Einnahme, einmal nach 8 Wochen) an die Universitätsklinik für Neurologie geladen. Weitere Informationen finden Sie hier.

Finanzierung: PMU Forschungsförderungsfonds R-16/02/079-HIS

Kooperationspartner: Dr. Peter Reichenpfader, Dr. Markus Lobendanz, Dr. Joze Messner , Dr. Martina Denkmayr, Doz. Dr. med. Ingrid Stelzmüller, Dr. med. Johannes Gattermeyer, Univ.-Prof. Dr. Ludwig Aigner (Vorstand Institut für Molekulare Regenerative Medizin) , Prim. Univ.-Prof. Dr. Bernhard Iglseder (Universitätsklinik für Geriatrie)

Leitung

Yvonne Höller

Dipl.-Ing. Mag. Dr.

Yvonne Höller

Prüfarzt

Wolfgang Staffen

Assoc. Prof. Univ. Doz. Dr.

Wolfgang Staffen

Testungen

Fabian Schwimmbeck

Fabian Schwimmbeck, MSc

Ärzteteam

Magdolna Mezes

Dr.

Magdolna Mezes

Assistentenvertreterin

Ärzteteam

Fabio Rossini

Dr.

Fabio Rossini

Ärzteteam

Martin Scherr

Ass. Dr.

Martin Scherr

Telefon:+43 (0)5 7255-56037

Fax:+43 (0)5 7255-34198

Email:m.scherr@salk.at

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