Unsere Kirche

Baugeschichte:

Die Salvatorkirche wurde im Zuge der 1896-1898 erfolgten Errichtung einer „Salzburger Heilanstalt für Gemüts- und Nervenkranke“ von den planenden Architekten dieser Anstalt, Landschafts-Baurat Adolf Lasch und Oberingenieur August Wallner entworfen.

Die Kapelle wurde am 5. November 1898 von Fürsterzbischof Kardinal Johannes IV. Haller (Erzbischof 1890-1900) eingeweiht. Sie ist Eigentum des Landes Salzburg. Zugleich wurde damals auch eine eigene Kaplanei zur Seelsorge in der Anstalt errichtet. Anlass dieser Spitalsgründung war das 50jährige Thronjubiläum von Kaiser Franz Josef im Jahr 1898, weshalb die Anstalt auch 1898 eröffnet worden ist.

An der Frontfassade der Kirche, wurde angesichts des 100-jährigen Jubiläums der Kirche ein Euthanasiedenkmal angebracht um jener PatientInnen der Christian-Doppler-Klinik zu gedenken, die während des Zweiten Weltkrieges in ein Konzentrationslage den Tod fanden.

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Kirchenbau:

Bei der Architektur der Salvatorkirche handelt es sich um einen kleinen neoromanischen Saalbau aus Backstein mit Lisenengliederung und umlaufendem Rundbogenfries samt einem achteckigen Giebeltürmchen mit Spitzhelm, dessen Unterbau risalitartig aus der Eingangsfassade hervortritt und diese architektonisch so als Portal – Fensterzone stärker betont. Der Innenraum wird durch Pilaster gegliedert, hat einen offenen Dachstuhl samt Kassettendecke und einen eingezogenen Altarraum. Auf der Empore befindet sich eine 1976 neu errichtete Orgel (Orgelweihe 13. Juni 1976).

Das Salvatorpatrozinium verweist auf das Mitgehen Jesu, des menschgewordenen Gottessohnes, der im Gehen zu den Menschen das Reich Gottes verkündet hat, Dämonen ausgetrieben hat und Kranke geheilt hat – ein Auftrag der auch der Kirche übertragen ist: Hin- und Mitgehen – verkünden – heilen.

Der neoromanische Hochaltar zeigt ein 1898 vom bekannten Salzburger Maler Josef Gold (1840-1922) geschaffenes Altarblatt, das gemäß dem Kirchenpatrozinium eine Herz-Jesu Darstellung auf ziseliertem Goldgrund zeigt. Der Altaraufbau stammt von dem Salzburger Kunsttischler Johann Ripper. Das Kreuz beim Tabernakel schuf der Goldschmied Anton Koppenwallner (1850-1924) aus Salzburg.

Krankheit und Leid gehen für viele Menschen einher mit seelischen Belastungen, Trauer, Ängsten und Nöten. Die Herz-Jesu Darstellung mit dem Herz als Zentrum des Menschen, der offenen und seinen Wundmale zeigenden Armhaltung, verweist auf das Mitleiden Christi in allen Nöten und Sorgen der Menschen und versinnbildlicht seine Einladung: Kommt alle zu mir, die ihr euch abmüht und schwer zu tragen habt unter der Last eures Lebens. (Mt 11, 28)

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Links und rechts des Hauptaltares finden sich die Statuen von Maria und Josef. Maria gilt als Schutzpatronin und Fürsprecherin für die Anliegen der Menschen. Josef  ist Patron für eine gute Sterbestunde und in aussichtslosen Situationen.

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Rund um den Saalbau spannt sich ein Kreuzweg den Bruder Anton Schimatschek aus dem Missionshaus Liefering in der Seccotechnik gemalt hat und der 1927 eingeweiht wurde.

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Ein herzlicher Dank an Pf. Roland Kerschbaum, Diözesankonservator für die Unterstützung bei diesem Artikel!

 

Literaturhinweise

Greinz, Christian, Die fürsterzbischöfliche Kurie und das Stadtdekanat zu Salzburg. Ein Beitrag zur historisch-statistischen Beschreibung der Erzdiözese Salzburg , Salzburg 1929, 372.

Dehio – Handbuch Salzburg. Stadt und Land, (Die Kunstdenkmäler Österreichs) Wien 1986, 661.

Eltz-Hoffmann, Lieselotte/Anrather, Oskar, Die Kirchen Salzburgs. Irdische Metaphern einer überirdischen Welt, Salzburg 1993, 171.

Reitlechner, Gregor, Mitteilungen zur kirchlichen Kunst der Erzdiözese Salzburg, aus: „Die kirchliche Kunst“, Wien 1905-1908, neu zusammengestellt von Johannes Neuhardt, (ungedr.) Salzburg 1996, 30.

Kerschbaum, Roland Peter, Kirchenkunst des 19. Jahrhunderts in der Erzdiözese Salzburg. Erhaltenes, Verschwundenes und Wiedererstandenes, (Phil. Diss.) Salzburg 2016, 97.104.106.460.665.

Waitzbauer, Harald, Vom Irrenhaus zur Christian-Doppler-Klinik. 100 Jahre Salzburger Landesnervenklinik 1898-1998, Salzburg 1998, 46.51.82.

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