3D-Drucker

Verfahren

Durch die Digitalisierung in der Medizin in den letzten Jahrzehnten haben sich viele neue Methoden verbreitet, die heute aus dem klinischen Alltag nicht mehr wegzudenken sind. Der 3D Druck, bei dem Datensätze in ein plastisches Modell überführt werden können, hat in chirurgischen Fächern mittlerweile einen hohen Stellenwert.

Es können zum Beispiel Daten einer Computertomographie (CT) oder einer Magnetresonanztomographie (MRI) verwendet werden und exakte, patientenspezifische Modelle von Körperteilen oder wie im Falle der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie von Knochen (insbesondere Schädelknochen oder Teilen davon) erstellt werden.

 Anwendung

In der Mund- Kiefer und Gesichtschirurgie gibt es für den 3D Druck folgende Anwendungsmöglichkeiten:

  • Anfertigung hoch präziser, patientenspezifischer Modelle für die präoperative Planung
  • Durchführen von Modelloperationen um ein bestmögliches ästhetisches Ergebnis zu erreichen
  • Anfertigung von patientenspezifischen Schablonen, um die Operationszeit zu verkürzen
  • Anfertigung von Lehr- und Studienmodellen für interne und externe Fortbildungen

Bei einer Tumoroperation im Kieferbereich wird beispielsweise schon im Vorfeld ein Modell des Kieferknochens angefertigt und das Ausmaß der Resektion (=Defekt nach Entfernung des Tumors) abgeschätzt und am Modell simuliert. Dabei wird eine individuelle Titanplatte angepasst, die den Defekt am Unterkiefer später überbrückt. Die Zeit für die Auswahl der Platte und das Anpassen kann dann während der Operation eingespart werden und die Operationsdauer verkürzt sich.

Der knöcherne Defekt am Kiefer wird während der gleichen Operation mit einem Knochentransplantat z.B. aus dem Becken, Ober- oder Unterschenkel aufgefüllt. Wir fertigen vor solch einer Operation ein Modell des Spenderknochens inkl. Schnittschablonen an. Dadurch können wir am Spenderknochen das am besten geeignete Areal finden, mit dem sich der Knochendefekt milimetergenau ersetzen lässt.  Dies führt auch zu einer erheblichen Zeitersparnis, da das Knochentransplantat während der Operation nicht noch lange angepasst werden muss und in der Spenderregion nur so viel Gewebe entfernt wird, wie zur Rekonstruktion notwendig ist.  

An unserer Abteilung sind im Moment zwei 3D Drucker in Verwendung, die Modelle für unterschiedliche Anforderungen drucken können.

Diverse andere Abteilungen wie die Hals-, Nasen- Ohren Abteilung nutzen den 3-D Druck bei uns im Haus regelmäßig mit, um auch für ihre Operationen die Vorteile dieser Technik nutzen zu können.

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