Kurosch Borhanian ist seit eineinhalb Jahren Facharzt an der Uniklinik für Chirurgie. Sein Spezialgebiet: endokrine Chirurgie. Der gebürtige Salzburger – sein Vater stammt aus dem Iran, seine Mutter ist Österreicherin – hat in Wien Medizin studiert und danach seine gesamte Ausbildung am Uniklinikum Salzburg absolviert. Er hat zwei Geschwister, ist verheiratet und wird Mitte Juni zum ersten Mal Vater. Zwischenzeitlich hatte der Papa in spe ganz andere Berufspläne: Er wollte nach dem steigenden Bekanntheitsgrad seiner Band Musiker werden. Während des Studiums hat er sogar ein Jahr pausiert, um sich voll und ganz der Musik – er spielt Schlagzeug – zu widmen.  „Zum Glück habe ich mich schlussendlich für die Medizin entschieden“, schmunzelt der 35-Jährige heute.

Warum die Schilddrüse?


„Das hat sich im vergangen Jahr so ergeben. Oberarzt Rupert Rettenbacher leitet die endokrine Chirurgie und es gab eine offene Stelle. In dieser Subspezialisierung erfordert jeder chirurgische Eingriff absolute Feinmechanik, weil man im Submillimeter-Bereich arbeitet. Das ist sehr heikel, aber auch reizvoll “, schwärmt Borhanian über seinen Traumberuf mit Lupenbrillen und Speziallicht.

Mit seinem manuellen Geschick fühlt er sich der Verantwortung einer OP an der Schilddrüse oder an den Nebenschilddrüsen gewachsen: Eine Verletzung des Nervs, der hinter der Schilddrüse liegt und die Stimmbänder bewegt, würde Atemprobleme und Heiserkeit beim Patienten verursachen. Roboter kommen in diesem Bereich im Uniklinikum Salzburg vorerst noch nicht zum Einsatz, weil an anderen Kliniken bei Roboter-Operationen zu hohe Nervenschädigungsraten aufgetreten sind.

Gibt es denn klassische Schilddrüsenpatienten?


„Nein. Fehlfunktionen sind beinahe eine Volkskrankheit – verursacht durch Mangel an Jod, der zu einer Vergrößerung der Drüse führt. Das Alter spielt generell keine Rolle, vermehrt sind allerdings Frauen betroffen“, erklärt der Facharzt.

Eine Überfunktion merkt man daran, dass der Kreislauf hochgefahren wird, Patienten Gewicht abnehmen und vermehrt schwitzen. Auch Nervosität, Schlafstörungen und Haarausfall sind typische Anzeichen.

Bei einer Unterfunktion fühlt sich der Patient matt und abgeschlagen, legt an Gewicht zu, leidet an Verstopfung und es können sogar teilweise Depressionen auftreten.

Oftmals fällt den Patienten durch Zufall ein Knoten am Hals auf. Dann ist ein umgehender Spitals- oder Arztbesuch dringend angeraten. Die Abklärung erfolgt meist an der Nuklearmedizin, mit der eine enge Teamarbeit besteht.

Unbedingt notwendig ist die Möglichkeit eines sogenannten Schnellschnitts: „Während der OP kann eine Probe der Schilddrüsenhälfte, in der der Knoten ist, zu unseren hauseigenen Pathologen geschickt werden. Die diagnostizieren noch während des Eingriffs, ob der Knoten bösartig ist. Danach richtet sich dann der weitere OP-Verlauf. So wird dem Patienten ein zweiter Eingriff erspart“, betont Borhanian die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit der Nuklearmedizin, der Pathologie und der HNO.

Zwei- bis dreihundert Eingriffe werden pro Jahr am Uniklinikum Salzburg an der Schilddrüse durchgeführt. Nach der ein- bis zweistündigen Operation werden die Patienten zwei Tage stationär aufgenommen, da die Gefahr der Nachblutung besteht und infolgedessen die Luftröhre bedrängt wird.

„Mein Ziel ist es, die Qualität der Operation auf ein möglichst hohes Niveau zu bringen, um die Salzburger Bevölkerung gut zu versorgen“, so der 35-Jährige, der an die Erfolge seines Oberarztes Rupert Rettenbacher anknüpfen möchte. Dieser war gelernter Tischler und schaffte es zu einem international anerkannten Chirurgen, der sogar eine Prinzessin aus den Vereinigten Arabischen Emiraten operiert hat. Wir wünschen Dr. Kurosch Borhanian weiterhin viel Erfolg!

Weitere Facts über Dr. Kurosch Borhanian
 

  • Er hat das Borromäum in Salzburg besucht und nach dem Abschluss beim Militär als Rettungssanitäter gearbeitet.
  • Zum Studieren ging Borhanian nach Wien, hat Auslandssemester in Afrika und Amerika (New York und Philadelphia) absolviert und ist bewusst wieder zurück nach Salzburg gekommen („Die schönste Stadt zum Leben und Arbeiten“).
  • Er ist begeisterter Bergsportler und Paragleiter und geht seinem Hobby vorwiegend in Salzburgs Umgebung nach.
  • Auch die Fotografie zählt zu seinen Hobbys („Ein guter Ausgleich neben der Arbeit“).
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