„Good Vibrations“ – Effektivität von Vibrationstraining zur Behandlung von Tendinopathie

"Good Vibrations" Effektivität von Vibrationstraining zur Behandlung von Tendinopathie ist eine interdisziplinäre klinische Studie der Einheit für Physikalische Medizin und Rehabilitation am Uniklinikum Salzburg in Zusammenarbeit mit dem Interfakultären Fachbereich für Sport- und Bewegungswissenschaft der Universität Salzburg und dem Institut für Radiologie am Uniklinikum Salzburg. Die klinische Studie ist vom FWF (Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung) gefördert und wurde von 2017-2019 durchgeführt.

Zusammenfassung der Studie und der wichtigsten Ergebnisse

Sehnen sind viel mehr als eine kraftübertragende Struktur zwischen Muskeln und Knochen. Sie spielen mit ihrer kraftverstärkenden, energiespeichernden und stoßabsorbierenden Funktion eine elementare Rolle für Bewegung. Sehnen können aber auch durch Überlastung degenerieren und chronische und belastungsabhängige Schmerzen verursachen. Die sogenannten Tendinopathien treten bei SportlerInnen aber auch bei weniger aktiven Personen auf und können zu langwierigen funktionellen Einschränkungen führen. Herkömmliche Trainingstherapieformen können dies effektiv lindern, sind jedoch sehr anspruchsvoll, schmerzhaft, zeitintensiv und benötigen Zugang zu Krafttrainingsgeräten. In der Salzburger „Good Vibrations“ Studie wurde das Vibrationstraining, eine wenig belastende und einfach durchzuführende Trainingsform, als Alternative untersucht und dabei mit einem herkömmlichen Krafttraining verglichen. Zusätzlich ist bis heute nicht ganz geklärt, wie sich diese degenerative Erkrankung auf die Sehnenfunktion auswirkt. Deswegen wurden in einer Nebenstudie die Sehneneigenschaften von Patellartendinopathie PatientInnen mit einer gesunden Kontrollgruppe verglichen. Bei dem Querschnittsvergleich mit Gesunden konnte man feststellen, dass degeneriert Sehnen eine erhöhte Querschnittsfläche, jedoch eine geringere Steifigkeit besitzen. Im Vergleich mit Gesunden wird dadurch die Sehne bei gleicher Kraftaufwendung weiter gedehnt. Dies kann die Verletzungsanfälligkeit erhöhen. Auf die Fähigkeit der Sehne Energie zu speichern und zurückzugeben scheint die Pathologie keinen Einfluss zu haben. Durch die dreimonatige Intervention kam es in beiden Gruppen zu einer deutlichen Verringerung des Maximalschmerzes und zu einer erheblichen Verbesserung der funktionellen Einschränkungen, jedoch letzteres ausgeprägter in der Krafttrainingsgruppe. Auch sechs Monate danach, ohne weitere Therapie, hielten diese Verbesserungen an. Beide Therapieformen hatten keinen Einfluss auf strukturelle und funktionelle Sehneneigenschaften. Damit präsentiert sich das Vibrationstraining als wirksame, nachhaltige, schmerzfreie und leicht durchzuführende Alternative zu herkömmlichen Krafttrainingstherapieansätzen.

Internationale Kongresse:

Congress of the European College of Sport Science ECSS. Dublin 2018

Are patellar tendon properties altered in patients with chronic patellar tendinopathy?
Wiesinger H-P, Kösters A, Müller E, Seynnes O R, Herfert J, Rieder F

5th International Scientific Tendinopathy Symposium. Groningen 2018

Vibration training reduces pain and functional limitations in patients with patellar tendinopathy

Rieder F, Wiesinger H-P, Herfert J, Lampl K, Kösters A, Landkammer Y, Sassmann R, Hecht S, Maffulli N, Wicker A, Müller E, Seynnes O R

Congress of the European College of Sport Science ECSS. Prag 2019

Efficacy of heavy slow resistance training in management of patellar tendinopathy: A single blinded randomized controlled trial

Wiesinger H-P, Kösters A, Müller E, Seynnes O.R., Herfert J, Hecht S, Niebauer J, Rieder F

Wissenschaftliche Publikationen:

Sind in Arbeit

Kontakt: Dr. Florian Rieder MA

f.rieder@salk.at

 

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