Mit 17 Jahren, als ehrenamtlicher Sanitäter und Rot-Kreuz-Fahrer, stand sein Entschluss fest: „Ich will Anästhesist werden!“ Anästhesiologie und Intensivmedizin kommen im klinischen Betrieb fast überall zum Einsatz, genau genommen ist ein moderner Krankenhausbetrieb ohne diese nicht denkbar. Die Einführung von Anästhesieverfahren zur Ausschaltung von Bewusstsein und Schmerzempfinden um die Jahrhundertwende war neben der Hygiene eine der bedeutsamsten Neuerungen in der Medizin. „Die Vollnarkose, die für Patientinnen und Patienten dann auch ein katerfreies Wiedererwachen sicherstellt, regionale Anästhesien, das Stechen von Kathetern, das Führen von Intensivpatienten und das Meistern von Notfällen mit manuellem und medizinischen Geschick ermöglichen zudem einen reibungslosen Ablauf im Klinikalltag“, so Alex Blaicher, seines Zeichens auch Dozent der Meduni Wien.
In einem Krankenhaus greifen viele Zahnrädchen ineinander, alle Beschäftigten seien als Spezialisten auf ihrem Gebiet tätig, um das gemeinsame Ziel zu erreichen: das Vertrauen der Patientinnen und Patienten zu gewinnen, sie zu heilen oder zumindest ihre Lebensqualität zu verbessern.

Reinigungspersonal, Techniker, Verwaltung, Pflege, medizintechnische Spezialisten, Ärzte und viele andere ermöglichen das Funktionieren der großen Maschinerie. Dazu gehört ein hohes menschliches Niveau, das Dr. Blaicher in Hallein gefunden hat: „Je besser wir als Menschen miteinander umgehen, umso besser werden wir unser komplexes Zusammenspiel meistern. Außerdem macht ein wertschätzender Umgang miteinander einfach mehr Freude. Und das bedeutet auch bessere Patientenversorgung. Als Anästhesist kann ich im Hintergrund das Team unterstützen. Ich glaube, wegen dieses guten Miteinanders leisten die Menschen in Hallein und Tamsweg, wo ich zuweilen aushelfe, so herausragende Arbeit. Die Patientinnen und Patienten, die ich am Ende der Behandlung treffe, sind wirklich zufrieden und vertrauen uns“, ist Dr. Blaicher, Mediziner aus Leidenschaft, überzeugt. Er ist in der Landesklinik Hallein vor allem bei den Operationen in der gut ausgelasteten Gynäkologie und Geburtshilfe und in der Chirurgie tätig.

Alex Blaicher, in Wien geboren und aufgewachsen, begann während des Studiums als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich der Gerinnungsforschung bei Lebertransplantationen am AKH Wien zu arbeiten, um direkt nach dem Studium die Facharztausbildung zu beginnen und in Mindestzeit abzuschließen. „Damals hatten wir 14 Dienste, ohne danach nach Hause zu gehen. Das war zwar unmenschlich und brachte mich an den Rand meiner Leistungsfähigkeit, aber ich lernte viel, technisch und theoretisch“, erinnert sich Blaicher. Er habilitierte sich in der Folge mit dem Thema „Einfluss verschiedener Nonsteroidaler Antiphlogistika auf die Funktion der Blutplättchen“.
Nach fast 15 Jahren AKH folgten Jahre der Auslandstätigkeit in Großbritannien und Gibraltar, fünf Jahre im Krankenhaus Vöcklabruck und neun Jahre in Deutschland. Im Vergleich mit Deutschland sei das Lohnniveau in Österreich am Ende des Tages ziemlich gleich, wenn man Lebenshaltungs- und Wohnungskosten mit in Betracht zieht. In Deutschland beziehe man das Gehalt 12 Mal pro Jahr, in Österreich 14 Mal.

Blaicher ist im Nebenberuf Imker und ein überzeugter Familienmensch. „Von meinen fünf Töchtern lerne ich jeden Tag“, sagt er. Die innovativen Dienstplanmodelle der SALK ermöglichen es dem Anästhesisten, Teilzeitarbeit im Krankenhaus, Landwirtschaft und Privatleben zu vereinen.

Blaicher wird von Hallein zeitweise nach Tamsweg entsandt. Tamsweg sei für die Versorgung der Region Lungau überaus wichtig. Rundherum gibt es keine anderen Spitäler. „Die Lungauer sind mir total ans Herz gewachsen, sie haben mich herzlichst aufgenommen. Es ist schon eine weite Reise, aber ich sehe uns in den Salzburger Landeskliniken als Familie und wir helfen einander, wenn es notwendig ist. Eine überaus faire Entlohnung und gemeinsame Computersysteme, sodass man an jedem Standort gut arbeiten kann, machen den Wechsel zwischen den Häusern einfach und angenehm. Die Abrechnung erfolgt über die Stechuhr vollautomatisch. Das ist sehr komfortabel“, sagt der Anästhesist.
Am Beispiel der COVID Krise habe man gesehen, dass die Salzburger Landeskliniken gut aufgestellt seien in ihrer dezentralen Organisation „Die Verantwortlichen haben da wirklich einen tollen Job gemacht und alle Mitarbeiter, die ich wahrnahm, haben voll mitgezogen.“

Der vielseitige Narkosearzt treibt in der Freizeit, die ihm die große Familie lässt, viel Sport: „Das Mountainbiken gehört neben Schwimmen und Skifahren zu meinen Freizeitbeschäftigungen. Als nächstes steht ein Mountainbike-Rennen, der Stoneman, auf dem Programm; von dem hat mir übrigens der leitende OP Pfleger in Tamsweg erzählt.“

Weitere Facts

  • Geboren und aufgewachsen in Wien
  • Studium, Facharztausbildung und Habilitation an der Meduni Wien
  • Studium Internationales Spitalsmanagement in London, Berlin, Phönix Arizona, Tokio und Krems
  • Klinische Tätigkeiten in Südafrika, Nepal, Deutschland, Großbritannien und Gibraltar; Notarzt Christophorus 2 Rettungshubschrauber 2002 – 2005
  • Präsident von Nepal Trust Austria in den Jahren 2002 – 2009. Nepal Trust baute und betreibt ein Spital in Nordwest-Nepal mit Förder- und Spendengeldern
  • Lebt als Wahloberösterreicher am Attersee, betreibt eine Imkerei, engagiert sich am väterlichen Bauernhof und beschäftigt sich literarisch und in Diskussionsrunden mit der Frage nach der Menschlichkeit.
  • Verheiratet seit 1993, Gattin Gynäkologin und Leiterin der „Akademie der Frau“, fünf Töchter im Alter von 7 bis 13 Jahren
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