„Ein Röntgenbild ist eine etwas andere Art der Fotografie, die mit Dichtewerten arbeitet: In der Fotografie befinden sich Lichtquelle und Bildplatte beide vor der Person, in der Radiologie ist der Körper hingegen zwischen Strahlenquelle und Bildplatte situiert. Die unterschiedlichen Dichtewerte der Organe, der Knochen oder Muskeln lassen die Strahlen in unterschiedlicher Stärke hindurch und erzeugen entsprechende Bilder“, erklärt Wolfgang Moser die Wirkungsweise von Computertomographie (CT) und Röntgen.
Im Ring des CT’s befinden sich die Röhre als Röntgenstrahler und gegenüber der Detektor, das System dreht sich um den Patienten herum und mithilfe mathematischer Prozesse werden Schnittbilder berechnet.

Wolfgang Moser absolvierte vor seiner Ausbildung zum Radiologietechnologen (RT) die HTL für Elektrotechnik in Salzburg und arbeitete anschließend vier Jahre als Haustechnikplaner. Ihn fasziniert an seinem jetzigen Beruf die Verbindung von direktem Patientenkontakt und Technik, was ihn letztlich zu dieser Wahl veranlasst hat: „Ein wenig hat dazu auch beigetragen, dass ich aus einem pflegegeprägten Haushalt stamme.“ Als Prozessverantwortlicher für den CT gestaltet er Protokolle so, dass sie einheitlich und von den befundenden Radiologen gut zu lesen sind, ihm obliegt mit Hilfe weiterer Radiologietechnologinnen und –technologen auch die Einschulung von neuen Kolleginnen und Kollegen.

Die elektromagnetischen Röntgenstrahlen wurden bereits 1895 von Wilhelm Conrad Röntgen entdeckt, der dafür den ersten Nobelpreis für Physik erhielt und auf eine Patentierung verzichtete, damit das neue Verfahren schneller zur Anwendung kommen konnte.

Die Computertomographie wird in allen Regionen des Körpers sowie in der Akutmedizin eingesetzt. Sie kann in kürzester Zeit große Regionen des Körpers abbilden, was etwa nach schweren Unfällen im Schockraum von großer Bedeutung ist. „Die neuesten CT‘s können im menschlichen Körper neben der Gewebedichte auch Materialbeschaffenheiten herausrechnen, wie das die Scanner an den Flughäfen beim Gepäck schon tun“, erläutert Moser. Ein Großteil der rund 50 Radiologietechnologinnen und -technologen machen regelmäßig Dienste im UI für Radiologie, am zweiten CT im Haus A und im Röntgen der Uniklinik für Orthopädie und Traumatologie. Dem UI für Radiologie obliegt auch die radiologische Versorgung des Kinderzentrums, der Urologie und der Intensivstationen. Neu hinzugekommen ist die 24h-Versorgung der Covid-Patienten mit eigenem Röntgen und CT.
Zur Arbeit gehören weiters onkologische Verlaufskontrollen bei Tumorpatienten, die OP-Planung für Herzpatienten oder Gefäßdarstellungen für Gefäßchirurgen mithilfe der dynamischen Bilder der Angiographie und die Mammographie.

Im Unterschied zum CT erfolgt bei der Kernspintomographie (MRT) die Bildgebung durch die Anregung von Protonen durch hochenergetische Magnetfelder, die Rücksendesignale im bestrahlten Körperteil auslösen. „Diese Rücksendesignale werden in einem aufwendigen mathematischen Verfahren zu Bildern umgewandelt“, erklärt Moser die hochtechnologischen Vorgänge anschaulich. Das aufwendige und komplizierte Verfahren entfaltet seine Stärken bei Weichteilen wie zB.: Muskeln, Bändern oder Gehirn.

Der Computertomograph (CT) der allerneuesten technischen Generation wird vor allem bei der Herz- und Tumordiagnostik eingesetzt. „Wir können auch Interventionen durchführen wie CT-gestützte Biopsien, die Drainage von Flüssigkeitsansammlungen oder die Ablation von Tumoren“, erklärt der Vorstand des Universitätsinstituts für Radiologie, Professor Klaus Hergan. „Interventionelle Radiologie hat den Vorteil, dass der Patient minimalinvasiv und somit möglichst schonend behandelt wird. Die Angiographie besteht aus einer U-förmigen Röntgeneinheit mit einer Röntgenröhre auf der einen und einem Detektor auf der anderen Seite, dazwischen befindet sich der Patient. Ein Katheter über die Leiste eröffnet dem Radiologen den Zugang zum betreffenden Körperteil. Fast immer wird mit Kontrastmittel gearbeitet, je nach Verteilungsmuster kann man dann Schlüsse ziehen“, erläutert Wolfgang Moser. Ein steril angezogener Radiologe und ein RT arbeiten am Patienten, letzterer ist z.B. für den Katheterwechsel zuständig, ein zweiter RT bedient die Maschine.

„Der Studiengang Radiologietechnologie an der FH Salzburg – er schließt mit dem Bachelor ab – beinhaltet neben der Radiodiagnostik auch die Spezialgebiete Nuklearmedizin und Radiotherapie“, schildert Wolfgang Moser, der mit seiner Familie in Laufen lebt und Ausgleich in Natur und Garten findet.

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