„Ich wollte immer schon Hausarzt werden, am liebsten am Land, Bergdoktor sozusagen“, sagt Maximilian Graf augenzwinkernd. Er brennt für dieses Berufsbild, das in diesen Zeiten eher unter mangelndem Zulauf leidet, als dass es gestürmt wird. Und doch kann man die Faszination nachvollziehen und wundert sich, dass immer weniger diesen Weg einschlagen wollen: abwechslungsreich, mit hohem Prestige in der Bevölkerung behaftet, wie jeder Arztberuf auch mit viel Zeitaufwand verbunden. Landärzte sind meist in den Notarztdienst der Region eingebunden.

Die Ausbildung zum Allgemeinmediziner sieht im Anschluss an die klinische Ausbildung am Ende eine verpflichtende Lehrpraxis von sechs Monaten vor, die ideal auf das Berufsbild vorbereitet. Im Bundesland Salzburg ist ein besonders vorbildhaftes Modell in Anwendung: Die Lehrpraxis wird zu 100 Prozent gleich bezahlt wie die Arbeit an den Krankenhausabteilungen zuvor, wenn man weiterhin zwei Nachtdienste leistet, ansonsten erhält man 80 Prozent des früheren Gehalts.

Die neue Ärzteausbildungsordnung (ÄAO 2015) ist seit 1. Juni 2015 gültig. Sie sieht vor, dass im Anschluss an das Studium alle Ärztinnen und Ärzte eine neun Monate dauernde Basisausbildung vor Beginn der Ausbildung in einem Sonderfach oder zum Allgemeinmediziner zu absolvieren haben. Dann folgen für den Allgemeinmediziner in spe 27 Monate Spitalsdienst, in dem man verschiedenste Abteilungen durchläuft, gefolgt von den verpflichtenden sechs Lehrpraxismonaten.

Maximilian Graf ist seit 2011 an den Salzburger Landeskliniken und mittlerweile auch Turnusärztevertreter. Er teilt sich dieses Amt mit den zwei Kollegen Felix Hartig und Maximilian Krecu und setzt sich für die weitere Verbesserung der Ausbildung ein. Schon in der Schulzeit war er unter anderem niederösterreichischer Landesschülervertreter: „Ich habe gewissermaßen das Vertretergen und nehme mir meist kein Blatt vor den Mund.“ Medizin studierte er an der PMU, seine Eltern seien Lehrer, fügt er hinzu. Der eher am Schulunterricht orientierte, auf persönliche Interaktion ausgerichtete Aufbau des Studiums an der Salzburger Privatuniversität, der ersten medizinischen in Österreich, die 2003 ihren Studienbetrieb aufnahm, habe viele Vorteile im Vergleich mit dem an großen Unis wie Wien oder Graz.

Auch der Freizeitwert des Standortes Salzburg sei sehr, sehr hoch. Als das Bundesland der Seen und Berge gewinne es für ihn immer mehr an Reiz, perfekt für die Ausübung der Lieblingssportarten Schifahren, Snowboarden, Radfahren, Wakeboarden und Surfen. Von der kleinen Welle am Almkanal bis zur großen Welle in Ebensee sei alles in der näheren oder weiteren Umgebung vorhanden.

Da praktisch alle Fächer angeboten werden, eignen sich die Salzburger Landeskliniken speziell für die multidisziplinäre Ausbildung zum Allgemeinmediziner. In allen Fachgebieten können am Uniklinikum (mit Campus LKH und CDK) Erfahrungen gesammelt werden, auch in kleineren Häusern wie den Landeskliniken St. Veit, Hallein oder Tamsweg, die besonders für die Ausbildung in der Erstversorgung wichtig sind.

Maximilian Graf hat schon einige Abteilungen durchlaufen, aktuell ist er an der Universitätsklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie. Als Hausarzt ist man immer wieder auch gefordert, kleinere Operationen wie das Eröffnen von Abszessen durchzuführen. Besonders gefallen haben ihm die Monate am Kinderspital: „Hier lernt man besonders viel für die Praxis: Oftmals nicht sehr schwere Erkrankungen, die einem im Praxisalltag häufig begegnen können, und viele Gespräche mit Eltern bereiten optimal auf die Anforderungen in der Praxis vor.“ Allgemeinmediziner behandeln nicht nur verschiedene Generationen einer Familie vom Kindes- bis ins Greisenalter, auch ist die Palette der Erkrankungen und Vorerkrankungen breit gefächert und deckt nahezu alle Fachbereiche ab. Nicht zuletzt daraus leitet sich der hohe Stellenwert und das interessante Berufsbild des Hausarztes ab, der über ein großes Wissensspektrum verfügen muss. An den SALK werden daher auch Fort- und Weiterbildungen großzügig gefördert.

Seine Rolle als Hausarzt – eine Tante übte diesen Beruf mit großem Einsatz aus, was ihn schon damals faszinierte – sieht Graf weniger als „Überweiser“, sondern als „Bergdoktor“, der seine Patientinnen und Patienten vor Ort auch kurieren muss, soweit es angezeigt ist. In die Praxis kann man nach drei Jahren klinischer Ausbildung zum Allgemeinmediziner gehen, wenn man das Ius practicandi erlangt hat, das Recht, selbstständig ärztlich tätig zu werden.

Weitere Facts

  • Geboren und aufgewachsen in Wieselburg in Niederösterreich
  • Studium an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg, derzeit Ausbildung zum Allgemeinmediziner
  • Turnusärzteverteter gemeinsam mit den Kollegen Felix Hartig und Maximilian Krecu
  • Wohnt mit drei Arztkollegen in einem Haus mit Garten in Liefering
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