Wenn man Dozent Markus Haisjackl nach seinem Werdegang fragt, eröffnet sich ein medizinischer Reisebericht: Afrika, Australien, Papua-Neuguinea bis hin zu den arabischen Ländern. Haisjackl hat die Welt bereist, fremde Kulturen kennengelernt und Krankenhäuser im Dschungel geleitet. Jetzt pendelt er zwischen Innsbruck und der Landesklinik Tamsweg.

Geboren wurde Markus Haisjackl in Schwaz in Tirol, wo er nach seinem Studium in Innsbruck auch die ersten drei Berufsjahre absolvierte. „Dann packte mich schon zum ersten Mal das Fernweh und ich ging nach Johannesburg in das Baragwanath Hospital, das größte Krankenhaus Afrikas.“ Nach der Facharztausbildung wieder in Innsbruck zog es Markus Haisjackl wieder in die Ferne. „Diesmal nicht ganz so weit. Erst ging es zwei Jahre an die Charité nach Berlin, danach für fünf Jahre an das AKH in Wien an die Herzanästhesie und im Anschluss weiter nach Vöcklabruck als Leiter der Anästhesie und Intensivmedizin“, erzählt Dozent Haisjackl. „Und dann ergab sich ein interessantes Angebot, ein Krankenhaus in Sanaa, der Hauptstadt von Jemen, aufzubauen.“

„Der Krankenhausbau in Sanaa war ein sehr spannendes Projekt in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Eppendorf Uni-Klinikum. Leider mussten wir dann zu Beginn des Arabischen Frühlings das Projekt und den Jemen verlassen.“ Nach diesem einschneidenden Erlebnis folgte ein Jahr als Flugarzt in Nigeria, bevor er das Angebot eines weltweit tätigen Gesundheitsunternehmens annahm, als medizinischer Leiter nach Papua-Neuguinea zu gehen. „Unsere Firma erbrachte Gesundheitsleistungen für die Erdgas- und Bergbauindustrie, aber auch für die lokale Bevölkerung. Die börsennotierten Konzerne stellen der lokalen Bevölkerung Krankeneinrichtungen als Gegenleistung für die Erdgasgewinnung und den Erzabbau zur Verfügung. Wir hatten beispielsweise ein kleines Krankenhaus zu betreuen mit 20 Betten, mit Röntgen, Ultraschall, Labor, Chirurgie, Pädiatrie und Geburtshilfe. Das hat wirklich gut funktioniert.“ Malaria und Tuberkulose waren die vorherrschenden Krankheiten im „Buschkrankenhaus“.

 

Nach diesen bereichernden zwei Jahren ging Markus Haisjackl nach Abu Dhabi, um während der Aufbauphase der weltweit renommierten Cleveland-Clinic als Intensivmediziner

„Nach mehreren Jahren im Mittleren Osten bin ich dann wieder zurück in meine Heimat nach Tirol, und jetzt bin ich hier in Tamsweg.“ Sein Lebensmittelpunkt liegt zwar nach wie vor in Schwaz, jedoch verbringt er einige Tage der Woche im Lungau. „Ich mag das Arbeitsumfeld an der Landesklinik Tamsweg. Zudem sind Mountainbiken und Skitouren meine Leidenschaften, die sich hier gut ausleben lassen.“

Fragt man Markus Haisjackl welche seiner Station ihn am meisten beeindruckt hat, ist die Antwort eindeutig: „Papua-Neuguinea. Das Office der Firma, für die ich gearbeitet habe, war in Sydney. Es hatte ein besonderes Flair, in der Morgensonne mit der Fähre von meinem Wohnort Manly zum Sidney Harbour zur Arbeit zu fahren. Und dann wiederum einige Tage später in Papua-Neuguinea – im Hubschrauber für 40 Minuten über den dichten Dschungel zu fliegen, mit nichts bis zum Horizont außer Bäumen, Wasser und einer Vielzahl an Krokodilen. Und dann, unvermittelt, landet man mitten im Dschungel auf einer etwa Fußballfeld großen Lichtung neben schwerem Gerät für Probebohrungen. Das war sehr beeindruckend. Dieser Kontrast zwischen der Dschungelwelt und dem ‚australischen‘ Leben in Sydney sind bleibende Erinnerungen.“

Heute ist er Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin an der Landesklinik Tamsweg. „Aus meiner internationalen Erfahrung weiß ich, dass wir in Österreich hoch privilegiert sind, nicht nur was die medizinische Betreuung angeht. Ich schätze Tamsweg sehr, auch wegen der Kollegialität, die in allen Abteilungen spürbar ist. Ich habe die Welt gesehen, jetzt bin ich wieder zurück in der Heimat.“

Die Landesklinik Tamsweg ist seit ihrer Eröffnung im Jahr 1908 für die Basisversorgung des Lungaus und angrenzender Regionen zuständig und fester Bestandteil der regionalen Infrastruktur. Seit 2016 ist sie Mitglied der „SALK-Familie“. Die vollständige Generalsanierung inklusive neuem Hubschrauberlandeplatz wurde 2020 abgeschlossen. Rund 220 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind hier für die Gesundheit der Lungauer Bevölkerung tätig.

Facts:

  • Geboren in Schwaz/Tirol
  • Studium an der Meduni Innsbruck
  • Ausbildung zum Facharzt für Anästhesie & Intensivmedizin – Universitätsklinik Innsbruck
  • 1985 – 1986: Baragwanath Hospital, Johannesburg, Südafrika
  • 1995 – 1997: Universitätsklinik für Anästhesie Charité Berlin
  • Univ.- Klinik für Herz-, Thorax-, und Gefässchirurgische Anästhesie und Intensivmedizin; AKH Wien
  • 2002 – 2007: Leiter Institut für Anästhesie & Intensivmedizin – LKH Vöcklabruck
  • 2008 – 2009
  • Medizinische Krankenhausleitung in Sanaa/Jemen
  • 2011 – 2013: Papua Neu Guinea – InternationalSOS
  • 2014 – 2017:  Cleveland Clinic Abu Dhabi, UAE
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