Gedimmtes warmes Licht, weißummantelte Einheiten unter der Decke für die Versorgung von oben mit Sauerstoff und Strom, unzählige Monitore mit Vitalparametern – in der wiedereröffneten Intensivstation der Neurochirurgie mit zwölf Betten unterstützt modernste Ausstattung die Pflegenden bei der Betreuung der Intensivpatientinnen und - patienten. „Wir behandeln neurochirurgische Notfälle wie Schädel-Hirn-Traumen nach Stürzen, Fahrrad- oder Skiunfällen etc. sowie Hirnblutungen, die endovaskulär oder chirurgisch versorgt werden. Patienten nach geplanten Operationen wie z. B. bei Hirntumoren, Gefäßprozessen und Epilepsie sowie komplexen Wirbelsäulenoperationen gehören zu unserem täglichen Brot“, erzählt Kerstin Kendlbacher. Sie hat die Stationsleitung seit 2019 inne, die Stellvertretung seit 2005.
Glasfronten mit Schiebetüren schirmen weitere Einzelkojen ab. 2020 erfolgte die komplette Entkernung der Räumlichkeiten und der Neubau, wiedereröffnet wurde im Mai 2021. Die Atmosphäre ist ruhig, das Personal konzentriert. Hier arbeiten nur diplomierte Pflegende, 90 Prozent haben die Sonderausbildung für Intensivpflege absolviert.

Kerstin Kendlbacher, gebürtige Obersteirerin aus Bruck, gefiel von Anfang an der abwechslungsreiche Stationsalltag mit immer neuen Herausforderungen. Akute Patienten, die nach Gehirnblutungen oder Unfällen auf die neurochirurgische Intensivstation kommen, bleiben oft mehrere Wochen. Manche werden langsam aus der Narkose aufgeweckt, manche bleiben länger mit reduziertem Stoffwechsel im Tiefschlaf, um regenerieren zu können. Da das Gehirn sehr sensibel ist, müssen Hirndruck und viele weitere Parameter wie Temperatur, Flüssigkeit, Säurebasenhaushalt und Blutdruck im Normbereich eingestellt sein. Patienten mit geplanten Gehirnoperationen sind oft nur einige Tage da und werden dann auf die Normalstation verlegt.
„Die Aufgabe der Intensivpflege ist es, dafür zu sorgen, dass die Patienten sich sicher fühlen, richtig gelagert, schmerzfrei und von den Vitalparametern her stabil sind, dass die Ein- und Ausfuhr, also Ernährung und Ausscheidung passen.“ schildert Kerstin Kendlbacher. Herausfordernd ist die psychologische Betreuung der Schwerstkranken und ihrer Angehörigen, die sich in einer Ausnahmesituation befinden.

Wer die anspruchsvolle Arbeit auf einer Intensivstation anstrebt, sollte flexibel und hoch motiviert sein und in den ersten 5 Jahren die gesetzlich verpflichtende Sonderausbildung absolvieren. „Er oder sie wird freigestellt und absolviert den einjährigen Universitätslehrgang für Intensivpflege an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität mit Pflichtpraktika auf anderen, manchmal auch auswärtigen Intensivstationen. Die Theorie beinhaltet Fachpflege, Physiologie und Gerätekunde. Nach Prüfungen und einer Fachbereichsarbeit kehrt man dann auf die ursprüngliche Abteilung zurück und bringt auch viele neue Erfahrungen mit. Im Team wird man immer nach dem eigenen Ausbildungs- und Erfahrungsstand eingeteilt, man ist nie allein und kann immer fragen“, erklärt Kendlbacher.

Kerstin Kendlbacher selbst begann bereits 1998 nach Abschluss der Diplompflegeausbildung ihren Dienst an der neurochirurgischen Intensivstation. Heute hat sie als Leitende Pflegeperson die Gesamtverantwortung für die Organisationseinheit. Dies beinhaltet unter anderem die Dienstplanerstellung, Struktur und Ablaufgestaltung der Station und die Organisation der pflegerischen Arbeitseinteilung. Sie ist verantwortlich für die Koordination und Beschaffung der gesamten Gebrauchs- und Verbrauchsmaterialien und für das Prozess- und Qualitätsmanagement in ihrem Bereich. Die Jahre dazwischen waren mit unzähligen Diensten, weiterführenden Ausbildungen, ehrenamtlichem Rettungsfahren und Familie ausgefüllt. Die verheiratete Mutter zweier Kinder scheint zu jenen Menschen zu gehören, deren Tag mehr als 24 Stunden hat. 2021 schloss sie den Lehrgang für mittleres und basales Pflegemanagement am Institut für Bildung und Gesundheitsmanagement in Bad Schallerbach ab. Man erinnere sich, es war bereits die Zeit der Corona-Pandemie, die für alle Intensivstationen eine große Herausforderung bildete. Nebenher fand noch die Rückübersiedlung der Intensivstation statt.

„Träume nicht dein Leben, lebe Deinen Traum“ ist ein Motto der umtriebigen Steirerin. Oft genug erlebt sie in ihrem Alltag, wie schnell alles vorbei sein kann oder etwas nie mehr wird wie zuvor. „Mit der Zeit wird man gelassener und weiß das Hier und Jetzt zu schätzen. Ich lese viel, wir fahren gerne nach Italien und genießen einfach das Essen, das Meer und die Lebensart.“ Auch ihr Mann ist in den Salzburger Landeskliniken tätig, er arbeitet in der Transportlogistik im Bereich Patiententransport.

Weitere Facts

  • Geboren und aufgewachsen in Bruck an der Mur
  • Abschluss der Krankenpflegeschule in Salzburg
  • 1998 Eintritt in die SALK
  • 2003/2004 Sonderausbildung für Intensivpflege
  • 2005 stellvertretende Stationsleitung
  • 1995-2015 aktiv im Rettungsdienst
  • 2017/2018 interimistische Stationsleitung
  • Seit 2019 Leitende Pflegeperson der neurochirurgischen Intensivstation
  • Lehrgang mittleres und basales Pflegemanagement am Institut für Bildung und Gesundheitsmanagement in Bad Schallerbach
  • Lebt in Wals-Siezenheim bei Salzburg, ist verheiratet und Mutter einer 20jährigen Tochter und eines 14jährigen Sohnes

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