Franziska Winter ist ein herausragendes Beispiel für eine Karriere mit dem Pflegeberuf. Eigentlich wollte sie Webprogrammiererin werden, konnte sich dann jedoch eine sitzende Tätigkeit nicht vorstellen. Die zweite Option war eine Arbeit mit Kindern. „Eher kurzfristig habe ich mich dann dafür entschieden, 2008 die Grundausbildung für Kinder- und Jugendlichenpflege in Salzburg zu beginnen. Mit Kindern wollte ich schon immer arbeiten, als Kindergartenpädagogin oder Lehrerin wäre ich aber bestimmt zu ungeduldig gewesen. Für mich war es die absolut richtige Entscheidung, ich habe es wirklich geliebt, mit kranken Kindern und deren Familien zu arbeiten. Die Pflege ist wirklich ein sehr schöner Beruf. Menschen in einer schwierigen Zeit zu begleiten und ihnen diese etwas erträglicher zu machen. Die Kinder geben einem so viel zurück.“

Auf der Karriereleiter ging es für die gebürtige Oberndorferin steil bergauf. Ab 2014 als stellvertretende Stationsleitung tätig, ab 2017 als leitende Pflegeperson. „Ich war in einem speziellen Förderprogramm der Pflegedirektion und absolvierte berufsbegleitend das Pflegewissenschaftsstudium mit Schwerpunkt Pflegemanagement an der Umit in Tirol.“

Sehr schnell war es der engagierten Pflegerin klar, dass die Pflege mehr leistet als es in der Öffentlichkeit bekannt ist. „Außenstehende haben da oft wenig Einblick und ein falsches Bild von dem Beruf. Ich war immer schon sehr für die Akademisierung des Pflegeberufs und unterstützte den Prozess, dass sich die Pflege als eigenständige, selbstbewusste Berufsgruppe positioniert. Pflege kann mehr und Pflege leistet mehr, als die Gesellschaft glaubt. Wir sind doch schon sehr weit weg von der historischen Vorstellung der aufopfernden Person, die das Essen ins Zimmer bringt und die Bettpfanne ausleert.“

Doch erstmal widmete sich Franziska Winter einem anderen Thema, denn pünktlich zu Neujahrsbeginn am 1.1.2020 erblickte ihre kleine Tochter das Licht der Welt. „So schön das Mamasein für mich auch ist und so sehr ich es mir auch gewünscht habe, den Anschluss hier wollte ich auf keinen Fall verlieren. Durch ein perfektes soziales Netz und das Entgegenkommen des Hauses hatte ich die Möglichkeit, sechs Monate nach der Geburt wieder geringfügig arbeiten zu können.“

Doch dann kam alles anders als geplant und die frischgebackene Mama erhielt eine Chance, die sie sich nicht entgehen lassen konnte. „Wie das Leben so spielt, bekam ich die Chance, die Pflege auf einer anderen Ebene weiterzubringen. Man spricht oft von der Leistungsverdichtung und der Überlastung der Pflege, vom Pflegemangel. Alles subjektive Empfindungen, die wir sichtbar machen müssen, um zu objektivieren. Die Daten hierfür liegen größtenteils vor. Und praktischerweise müssen diese Daten nicht extra erhoben werden, sondern werden ohnehin im Rahmen der gesetzlichen Dokumentationspflicht von den Pflegepersonen erfasst.“ Seit Anfang 2021 ist Franziska Winter damit betraut, in der Organisationsentwicklung, einem Bereich der SALK-Geschäftsführung, als LEP-Controllerin (Medizincontrollerin) ein Controlling auf Basis der zuvor erwähnten Daten aufzubauen, um somit das Leistungsspektrum und die Arbeitsanforderung der Pflege zu visualisieren. Weitere Stichworte sind intelligente Personalbedarfsberechnung und effizienter Personaleinsatz.

„Meine ehemaligen Kollegen und die Arbeit in der Pflege vermisse ich sehr, aber ich denke, wir können hier tatsächlich etwas bewegen, woran ich weiter motiviert arbeiten werde.“

Beruf und Familie zu vereinbaren ist eine Herausforderung, die Franziska Winter sehr gerne angenommen hat. „Ich muss dazu sagen, dass wir hier in den Salzburger Landeskliniken wirklich sehr familienfreundliche Bedingungen haben und ich genieße den Luxus, zwei betreuungswütige Omis in der Nähe zu haben und einen Platz in der örtlichen Krabbelgruppe. Planung und Organisation sind alles!“

In ihrer Freizeit hat Franziska Winter babybedingt vom Motorradfahren zum Heimwerken gewechselt und treibt gerne Sport an der frischen Luft. „Ich bin sehr gerne in unserem Garten und hab ein großes Gemüsebeet, welches wir gemeinsam als Familie pflegen. Es ist schön zu sehen, wie mein Kind so von Anfang an den Ursprung vieler Lebensmittel kennenlernt. Außerdem liebe ich meine Tiere. Wir haben fünf Zwerghühner im Garten und zwei Katzen, ich mag gutes Essen und backe leidenschaftlich gerne.“

Daten & Fakten

  • Geboren in Oberndorf bei Salzburg
  • Krankenpflegeschule Salzburg (Diplom für Kinder- und Jugendlichenpflege)
  • UMIT Hall in Tirol (Bachelorstudium Pflegewissenschaft mit Schwerpunkt Pflegemanagement)
  • Diplomierte Kinderkrankenschwester ad Jugendmedizin und Department für Kinderpsychosomatik (ab 2014 stellvertretende Stationsleitung)
  • Leitende Pflegeperson (Stationsleitung) ad Jugendmedizin und Department für Kinderpsychosomatik
  • Geringfügige Beschäftigung während Elternkarenz ad Jugendmedizin und Department für Kinderpsychosomatik, Pflegedirektion Uniklinikum Salzburg und SALK Organisationsentwicklung
  • Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin ad Gyn C (Wochenbettstation)
  • LEP-Controllerin ad SALK Organisationsentwicklung
Gemeinnützige Salzburger Landeskliniken Betriebsgesellschaft mbH | Müllner Hauptstraße 48 | A-5020 Salzburg
Telefon: +43 (0)5 7255-0 | Fax: +43 (0)5 7255-20199 | © 2013-2022
Letzte Änderung: 25.03.2021 Impressum Datenschutz AGB
x schließen