Motiviert durch ein Buch, das sie mit 13 Jahren gelesen hatte, startete Mag. Christine Schneider-Worliczek die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegeperson erst mit 25 Jahren. „Nach der Matura haben alle studiert und so war das damals für mich eine logische Ausbildungswahl.“ Nach dem abgeschlossenen Studium der Kommunikationswissenschaften führte der Weg zuerst zwei Jahre in die Eventbranche. „Es war abenteuerlich und lehrreich, aber für mich letzten Endes zu oberflächlich“, so Christine Schneider-Worliczek. „Ich brauchte diese Erfahrung, um zu verstehen, dass mein Weg zu 100 Prozent in die Pflege führt.“

Das Praktikum im letzten Ausbildungsjahr auf der onkologischen Bettenstation der Uniklinik für Innere Medizin III bestärkte sie, in diesem Bereich zu bleiben. „Ich mag es, Patienten über einen längeren Zeitraum zu begleiten, ihre Bedürfnisse gut zu kennen und mit ihnen gemeinsam zu arbeiten. Ebenso schätze ich es, in einem stabilen Team zu arbeiten, das auf sehr viel Erfahrung aufbauen kann.“ Viele Gespräche, um sich in der Situation zurechtzufinden, sowie strenge Hygiene- und Ernährungsrichtlinien bestimmen den Stationsalltag der hämato-onkologischen Patientinnen und Patienten, wobei meist ein mehrwöchiger Aufenthalt notwendig ist.

Auf der Aplasiestation werden Patientinnen und Patienten mit schwerster und langandauernder Unterdrückung der körpereigenen Abwehr (Immunsuppression) isoliert und betreut. Die aplasierende Chemotherapie tötet das alte Knochenmark ab und wird z. B zur Behandlung von akuten Leukämien, multiplen Myelomen (bösartige Tumor-Erkrankung) oder Lymphknotenkrebs eingesetzt.

Für viele Betroffene ist nach den Wochen der Isolation oft die Rückkehr in die „Welt draußen“ schwierig und mit vielen Ängsten und Sorgen behaftet. Daher wurde die 26-seitige Entlassungsbroschüre „Ab nach Hause!“ speziell für Patientinnen und Patienten nach einem Aufenthalt auf der Aplasiestation erarbeitet, die all jene Themen anspricht, die zu Hause für Unsicherheit sorgen können. Themen wie ambulante Untersuchungen, was ist eine Fatigue, worauf ist bei der Ernährung zu achten und warum ist Sport wichtig, werden in dieser Broschüre einfach erklärt. Selbsthilfegruppen und unterstützende Adressen werden angeführt.

Die Rückmeldungen zur Broschüre „Ab nach Hause!“ sind sehr gut und das Projekt wurde von der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie & Medizinische Onkologie mit dem Occursus-Anerkennungspreis für Kommunikation in der Onkologie 2020 ausgezeichnet. Eine Poster-Präsentation am virtuellen europäischen EONS 14-Kongress im September 2021 und ein Online-Vortrag auf der Jahrestagung der deutschen österreichischen und schweizerischen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie tragen das Projekt auch über die Station hinaus.

„Der Berufsalltag auf einer Station, in der man täglich mit Leben und Tod konfrontiert ist, lässt mich umso dankbarer und demütiger werden“, so die ausgebildete Gesundheits- und Krankenpflegerin. „Dankbar, dass ich eine gesunde Familie, zwei wunderbare Kinder und einen großartigen Ehemann habe und demütig, dass ich das Glück habe, in einem Land und in eine Familie geboren zu sein, wo ich immer die Möglichkeit hatte, beruflich und privat alle Dinge umzusetzen, die ich mir als Ziel gesetzt habe.“

Da nun Skandinavien-Reisen länger nicht möglich waren, findet Christine Schneider-Worliczek derzeit ihren Ausgleich zum Berufsalltag im eigenen Garten, beim Kräutersammeln, im Wald und bei Schlechtwetter am Klavier.

Weitere Facts

  • Geboren und aufgewachsen in Salzburg
  • Studium der Kommunikationswissenschaften in Salzburg
  • Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin in Salzburg
  • Seit 2009 im erweiterten Vorstand der AHOP (Arbeitsgemeinschaft der hämatologischen und onkologischen Pflegepersonen in Österreich www.ahop.at) tätig – kontinuierliche Vortragstätigkeiten
  • Mitarbeit beim Update der TITAN-(Therapieinduzierte Thrombopenie, Anämie und Neutropenie)-Bildungsinitiative der EONS (European Oncology Nursing Society www.cancernurse.eu)
  • Absolvierung der EONS Masterclass 2018
  • Christine Schneider-Worliczek vertrat Österreich einige Jahre bei der European Oncology Nursing Society (EONS)
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