„Ich kommuniziere gerne. Nur durch Kommunikation lernen wir uns besser kennen und können Probleme lösen“, sagt Hasan-Ali Armagan. Wer sich mit dem IT-Experten und Mitglied des Webmaster-Teams der Salzburger Landeskliniken unterhält, merkt rasch: Das ist keine leere Phrase, sondern de facto das Lebensmotto des 56-Jährigen.

Als er 16 Jahre alt war, übersiedelte seine Familie aus der Gegend von Antalya (Türkei) nach Salzburg – sein Vater war von einem Metallbau-Unternehmen aus Kasern als Gastarbeiter angeworben werden. Der fußballbegeisterte Teenager fand als Tormann beim Gnigler Fußballverein SSK 1919 rasch Anschluss in der neuen Heimat. „Ich habe auch in einer Migrantenauswahl gespielt. Wir wurden sogar nach Ungarn, England und Italien eingeladen. Ungarn war damals noch etwas Besonderes, weil es hinter dem Eisernen Vorhang war.“ Noch heute kickt er jede Woche in der Halle mit Ärzten.

Der Fußball ist nicht nur eine private Leidenschaft für Hasan-Ali Armagan, sondern prägt auch sein Verständnis von Beruf und sozialem Engagement. „Nur als Team kann man erfolgreich sein. Und man muss sich auch anbieten, damit man die Bälle zugespielt bekommt. Was ich als Fußballer gelernt habe, setzte ich auch im Beruf ein.“

Eine zweite Leidenschaft war für ihn immer auch die Informationstechnologie: „Mein erster Computer war 1982 ein Commodore C64, auf dem ich gespielt und kleine Programmierungen gemacht habe. Das Zehn-Finger-System habe ich zuvor noch auf einer mechanischen Schreibmaschine gelernt“, erinnert er sich zurück.

Lange Zeit blieb die IT für ihn ein Hobby: „Ich habe zuerst beim Konsum und dann beim Anker gearbeitet. In den 1990er-Jahren habe ich dann begonnen, mich mit WIFI-Kursen im IT-Bereich weiterzubilden.“ Im Jahr 2000 begann er dann, als außerordentlicher Schüler den damals neuen Beruf des EDV-Technikers zu lernen. Während der Lehre, die er 2002 abschloss, knüpfte er als Praktikant erste Kontakte zu den Salzburger Landeskliniken, die ihn dann als fertigen EDV-Techniker übernahmen.

Im Unternehmen konnte Hasan-Ali Armagan Erfahrung als Mitglied und Teamleiter des Kundendienstes sammeln. Seit mehr als zehn Jahren ist er als Applikationsmanager nun Teil des Webmaster-Teams und betreut damit den Internet- und Intranet-Auftritt der Salzburger Landeskliniken sowie weitere Applikationen. „Wir sind ein wirklich gutes Team. Es ist wie im Fußball: Als Einzelkämpfer ist man verloren. Man ist immer von Schnittstellen und Applikationen und damit von Kolleginnen und Kollegen abhängig.“

In all den Jahren erlebte er auch viele technische Umbrüche: Die Umstellung von Schreibmaschinen auf Computer und Drucker – „manche wollten die alten Schreibmaschinen zur Sicherheit behalten“ –, die Umstellung von dicken Röhrenbildschirmen auf Flachbildschirme oder die Einführung der Fernwartung. Was Hasan-Ali Armagan an seinem Job stets schätzte und schätzt: „Ich bin auf vielen verschiedenen Stationen unterwegs und treffe immer interessante Menschen.“

Menschen sind – wenn man es so sehen will – die dritte große Leidenschaft: Seit mehreren Jahren koordiniert der Applikationsmanager mit dem großen Herzen die islamische Krankenhaus-Seelsorge an allen Standorten der Salzburger Landeskliniken. „Ich bin nicht besonders religiös. Ich habe einfach gesehen, dass das gemacht werden muss.“

Zudem ist Hasan-Ali Armagan Laien-Dolmetscher für Türkisch: „Ich habe die Erlaubnis der Geschäftsführung, dass ich zu Notfällen immer gerufen werden kann und dann meinen Arbeitsplatz verlassen darf.“ In den Zeiten der Schweine- und Vogelgrippe und vor allem in der Flüchtlingskrise 2015/16 war dieser Dienst an der Öffentlichkeit besonders gefordert. „Es macht mir Freude den bedürftigen Menschen zu helfen, auch wenn es manches Mal belastend ist, eine schlimme Diagnose zu vermitteln.“

Die Flüchtlingskrise brachte ihn auch mit dem Clearing-Haus Salzburg der SOS Kinderdörfer in Kontakt. Für diese Einrichtung betreut er ehrenamtlich minderjährige Flüchtlinge. „Aktuell kümmere ich mich um einen 16-Jährigen aus Afghanistan. Ich versuche, ihm eine Lehrstelle zu vermitteln, was aber noch eine große Herausforderung ist, weil er nur drei Jahre Schulausbildung hat. Also holen wir zuerst den Abschluss an der Mittelschule nach.“

Mit acht seiner ehemaligen Schützlinge ist Hasan-Ali Armagan noch heute in Kontakt: „Sie haben alle Anschluss gefunden. Einer arbeitet sogar als Informatiker“, erzählt er mit einem Lächeln, dem auch ein wenig Stolz innewohnt – völlig zu Recht!

Weitere Facts

  • Hasan-Ali Armagan lebt in der Stadt Salzburg.
  • Betriebsratsmitglied seit 2008.
  • Er ist zertifizierter Klinischer Risikomanager und prüft bei der Lehrabschlussprüfung auch angehende EDV-Fachleute.
  • Hasan-Ali Armagan hat zwei Söhne: Musa (30) arbeitet als Software-Entwickler in Wien, Yunus (19) beginnt nach der Matura an der Informatik-HTL ein Studium für Künstliche Intelligenz und Informatik.
  • In den Salzburger Landeskliniken gibt es mehr als 6000 Computer.
  • Das Webmaster-Team ist Teil des Managementbereichs Medizin- und Informationstechnologie, der rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat.
  • Für die islamische Krankenhaus-Seelsorge sind an den fünf Standorten der Salzburger Landeskliniken zehn Frauen und Männer ehrenamtlich tätig.
  • Hasan-Ali Armagan betreut auch den interreligiösen Gebetsraum an der Uniklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, der unter Paul Sungler als Geschäftsführer der Salzburger Landeskliniken eingerichtet wurde.
  • Die nächsten interreligiösen Gebetsräume sind am Uniklinikum Campus Christian-Doppler-Klinik, an der Landesklinik Hallein in Planung und im Kardinal Schwarzenberg Klinikum in Schwarzach.
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