Am Abend des 6. November 2021 ging der damals 49-jährige Jürgen Schöndorfer mit Husten und Erkältungssymptomen ins Bett. „Meine Frau hat mir später erzählt, dass ich in der Nacht geröchelt habe und sie mich nicht mehr aufwecken konnte“, erzählt er heute. Knapp zwei Monate später wachte er im AKH Wien mit einer neuen Lunge wieder auf. Dazwischen musste die Familie wochenlang um das Leben des zweifachen Vaters und Unternehmers aus Plainfeld bangen. Heute ist er zwar noch in Therapie, kann aber wieder Radfahren.

Was Jürgen Schöndorfer am Abend des 6. November nicht wusste: Er hatte sich mit der Delta-Variante des Corona-Virus infiziert. Noch in der Nacht wurde er am Uniklinikum Salzburg aufgenommen. Am 22. November hatte das Virus seine Lunge so stark angegriffen, dass er auf der Intensivstation der Uniklinik für Anästhesiologie an eine ECMO, eine „künstliche Lunge“, angeschlossen werden musste.

Mitte Dezember war dann klar, dass er mit seiner eigenen Lunge nicht überleben würde, sodass ihn das Team um Klinikvorstand Professor Peter Gerner und Stationsleiter Oberarzt Andreas Brunauer am AKH Wien für eine Lungentransplantation anmeldete. Am 30. Dezember wurde Jürgen Schöndorfer mit laufender ECMO von Salzburg nach Wien verlegt.

„Als ich am 13. Jänner in Wien aufgewacht bin, habe ich mich überhaupt nicht ausgekannt.“ Der heute 50-Jährige war immer sportlich: „Ich habe immer Fußball und Tennis gespielt, nie viel geraucht und knapp zwei Jahre davor mit dem Rauchen völlig aufgehört. Ich war fit und habe vorher außer einer Mandel- und Blinddarm-OP nie etwas gehabt.“

Dass in das Corona-Virus derart erwischen würde, war für alle ein Schock. „Die Familie hat es ganz schön mitgenommen. Zum Glück leben wir in einem kleinen Ort. Die Anteilnahme und Unterstützung für meine Familie waren großartig. Auch die Betreuung am Uniklinikum in Salzburg und am AKH in Wien war 1a. Zum Glück leben wir in einem Land wie Österreich, sonst wäre ich schon längst irgendwo da oben.“

Sechs Monate nach seiner Lungentransplantation meldete sich Jürgen Schöndorfer per Mail beim gesamten Team der anästhesiologischen Intensivstation: „Herzlichen Dank sage ich Ihnen allen für die Fürsorge und Pflege, die Sie mir haben zukommen lassen. Vielen Dank für die Momente, wo Sie meine Familie stützten. Es gibt Tage, da habe ich Tränen in den Augen. Sie werden seltener, wenn man begreift, dass es meine zweite Chance ist zu „LEBEN“ … Es geht stetig aufwärts und in die richtige Richtung zur Genesung.“

Nach einem längeren Reha-Aufenthalt ist Jürgen Schöndorfer jetzt wieder zu Hause – die Physiotherapie geht natürlich weiter: „Ich merke, wie die Kraft in die Beine zurückkehrt, aber wie sich auch die Lunge anstrengen muss. Die Lunge selbst spüre ich überhaupt nicht. Es ist natürlich anstrengend und mein Physiotherapeut fordert mich ziemlich. Aber als Unternehmer und Sportler habe ich gelernt, dass man sich auch anstrengen muss, um etwas zu erreichen.“

Weitere Facts:

  • Von März 2020 bis Ende April 2022 wurden am Uniklinikum Salzburg sowie in den Landesklinken Hallein, St. Veit und Tamsweg in Summe 5235 Personen auf COVID-Normalstationen und 814 Personen auf COVID-Intensivstationen betreut.
  • Bei einer ECMO (Extrakorporale Membranoxygenierung) wird das venöse Blut außerhalb des Körpers in einer Maschine mit Sauerstoff angereichert und dann zurück ins Blutsystem geleitet.
  • Im Bundesland Salzburg verfügt nur das Uniklinikum Salzburg über diese spitzenmedizinische Technik – 7 ECMO-Geräte stehen zur Verfügung. Auf dem Höhepunkt der Delta-Welle im Herbst 2021 waren alle Geräte in Verwendung.
  • In Summe benötigten 53 COVID-Patientinnen und -Patienten ein ECMO-Gerät.
  • Im Jahr 2021 wurden österreichweit 662 Organtransplantationen durchgeführt – 611 mit den Organen Verstorbener, 51 mit Organen von Lebendspenderinnen und -spender.
  • Aufgrund der Pandemie ist die Zahl der Lungentransplantationen gestiegen von 100 im Jahr 2019 auf 123 im vergangenen Jahr.
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