Außergewöhnlich, so könnte man Kathrin Hinteregger mit einem Wort beschreiben. Die engagierte OP-Pflegerin aus Leidenschaft hat eine ungewöhnliche Freizeitbeschäftigung. Sie ist Boxkampfrichterin. Wie sie dazu gekommen ist und wie sich die Beschäftigung mit ihrem anspruchsvollen Beruf im Operationsaal vereinbaren lässt, hat sie uns im Interview erzählt.
Der Berufswunsch Pflegerin war bei Kathrin Hinteregger seit ihrer Kindheit vorhanden. „Die Arbeit direkt mit den Patienten war hier für mich ausschlaggebend und hat mir schließlich bei der Entscheidung, Medizin zu studieren oder die Pflegeausbildung zu machen, geholfen.“ Fasziniert war die 37-Jährige aus Oberalm schon immer von der Notfallmedizin. „Deswegen kam schon sehr früh die Idee in den OP-Bereich zu gehen. Allerdings absolvierte ich davor noch zwei Jahre auf der Aplasiestation. Diese Jahre haben mich sehr geprägt. Es waren schöne Jahre, trotz der Schicksale, die man eben speziell in diesem Bereich mitbekommt.“

Nach zwei Jahren auf der Station dann der Wechsel in den Operationssaal, erst in die Allgemeinchirurgie am Uniklinikum Campus LKH und danach, mit Zwischenstation in der EMCO-Klinik, nach Hallein. „Wir haben in Hallein drei OP-Säle für drei Disziplinen (Unfallchirurgie, Allgemeinchirurgie und Gynäkologie) und werden auch fächerübergreifend eingesetzt. Das ist sehr spannend. Kein Tag verläuft wie der andere. Das Unvorhersehbare fasziniert mich dabei, und durch die verschiedenen Disziplinen werden die Kompetenz und das Wissen ständig erweitert.“

Grundsätzlich ist die OP-Pflege für die gesamte Vorbereitung des Patienten bzw. der Patientin zuständig. „Das geht über das Herrichten der Instrumente bis hin zur korrekten Lagerung der Patienten. Hier ist eine enge Zusammenarbeit mit der Anästhesie notwendig. Gemeinsam wird der Patient schnittbereit vorbereitet. Das wichtigste dabei ist die gute Kommunikation.“

Kathrin Hinteregger hat aber auch in ihrer Freizeit verantwortungsvolle Aufgaben. Nicht nur als Mutter eines 9-Jährigen, sondern als Boxkampfrichterin. Wie kommt man zu diesem nicht alltäglichen Hobby? „Mein Vater war hobbymäßig Boxkampfrichter und hat mich zu den Trainings mitgenommen, so bin ich auf den Geschmack gekommen um selbst aktive Kampfboxerin zu werden.“

Kathrin Hinteregger machte Nägel mit Köpfen und schrieb sich mit 16 Jahren bei der Boxunion Salzburg ein. „Boxtraining ist hauptsächlich Kraft- und Ausdauertraining. Schnelligkeit und Ausdauer werden trainiert, was einem dann auch im Alltag bzw. im OP zu Gute kommt“, schmunzelt Hinteregger.

In den nächsten Jahren folgen vier Staatsmeistertitel, bevor eine Schulterverletzung Kathrin Hinteregger zum Aufhören zwingt. Trotzdem sie diesen Schicksalsschlag kurz vor der Qualifikation zur EM nur schwer verkraftet, lässt sich die 37-Jährige nicht unterkriegen und meldet sich für einen Kampfrichterkurs an. Die Idee geht auf und heute ist Kathrin Hinteregger die einzige Boxkampfrichterin Österreichs und das sehr erfolgreich. Das bedeutet jedoch, dass sie oft für mehrere Tage zu den Boxkämpfen reisen muss. Wie lässt sich das mit der OP-Pflege vereinbaren? „Mein großer Dank geht hier an meine Chefin Elisabeth Oberascher und meine Kolleginnen und Kollegen, die es mir immer ermöglichen, diese Termine wahrnehmen zu können.“

Facts

  • In der Landesklinik Hallein werden jährlich 3 200 Operationen, davon 1 200 tagesklinisch und 800 Same Day Surgery (SDS), durchgeführt. Demnächst findet darüber hinaus die hundertste Operation mit dem neuen DaVinci-Roboter statt.
  • Wer sich für eine Ausbildung zur PflegerIn interessiert, kann sich hier https://www.pflegeausbildung-salzburg.at/ über die Möglichkeiten dazu umfassend informieren.
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