Seit der Grundschulzeit hegte Rosemarie Huber den Wunsch, Kinderkrankenpflegerin zu werden. „Ich gehe jeden Tag gern arbeiten“, meint sie lächelnd. „Kinder kommunizieren nonverbal, unverstellt und authentisch.“ Der Elternschule gehören 50 Prozent ihrer Arbeitszeit, in den anderen 50 Prozent ist sie noch direkt am kleinen Patienten mit Craniosakraler Impulsregulation tätig. Die Eltern werden immer miteinbezogen.

1000 Fragen und Ängste beschäftigen erfahrene und besonders Neo-Eltern. Für einen guten Start ins Abenteuer Familie gibt es seit 2007 am Uniklinikum Salzburg die Elternschule. Sie ist aus den ersten Babypflegekursen hervorgegangen und bietet Beratung, aktive Betätigung wie Schwangerschaftsyoga oder Rückbildungskurse und Gesprächsforen an. Ein positiver Nebeneffekt ist der Austausch, der sich im Kontakt mit anderen Eltern ergibt. Natürlich berücksichtigen die Kurse auch Väter und Alleinerziehende, selbst für Patchwork-Familien gibt es einen Kurs.

Die umfassende Erfahrung aus 27 Jahren Kinderkrankenpflegerin, Krankenpflegeschule, Craniosakraler Impulsregulation und Stillberatung ebenso wie ihre ganze Liebe zu den kleinen Wesen bringt Rosemarie Huber in die sehr gut auch mit externen Stellen vernetzte Elternschule ein. Derzeit arbeitet sie am 11. Programm, welches moderne Lernkonzepte in den Fokus stellt und nun dauerhaft neben den Präsenzveranstaltungen auf hybride bzw. Online-Formate setzt. Eltern sollen in die Lage versetzt werden, auf die Bedürfnisse ihres Kindes angemessen und prompt reagieren zu können, damit das Kind in den ersten eineinhalb Jahren eine sichere Bindung erfährt und Urvertrauen lernt. Dies ist die Voraussetzung, dass es auch in Stresssituationen auf Hilfe vertraut und sich später leichter selbst regulieren kann.

„In niederschwelligen und zum Teil kostenlosen Modulen werden die Familien in der Zeit vor der Geburt, um das große Ereignis herum und in den Phasen danach, die für den Aufbau des kindlichen Urvertrauens von großer Bedeutung sind, begleitet“, schildert Rosemarie Huber. Das multiprofessionelle Programm  mit vier Modulen ist im Internet abrufbar, aber auch auf Plakaten und Foldern verfügbar, die unter anderem in der Gynäkologieambulanz und in der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde aufliegen. Die Anmeldung erfolgt online.

„Besonders hervorzuheben ist die kostenlose große Infoveranstaltung für werdende Eltern, bei der Frauen- und Kinderärzte des Unklinikums, Hebammen, die Leitung der Wochenbettstation, eine Stillberaterin oder eine familiy nurse sprechen und an die auch Fragen gerichtet werden können“, erläutert Rosemarie Huber. Auch das kostenfreie monatliche Elternforum behandelt alle Fragen, die den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wichtig sind. Bei Bedarf werden Kontakte zu externen Institutionen hergestellt. Erste Hilfe bei Kleinkindern oder auch wie man ein Kind erfolgreich durch die Trotzphase begleitet, erfährt man im letzten Modul.

Ganz wichtig von Anfang an ist der Körperkontakt. Wenn die Geburt etwa wegen eines Kaiserschnittes nicht wie erwünscht abläuft und der sofortige direkte Kontakt zwischen Mutter und Kind wegfällt, wird versucht, dies in einem besonderen Setting nachzuholen, da diese emotionalen Momente für die ganze junge Familie wichtig sind.

„Besonders der Early Life Care-Universitätslehrgang an der PMU hat mir hier sehr viel Wissen zusätzlich vermittelt“, so Rosemarie Huber. „Die Masterarbeit habe ich über Cranio-sacrale Impulsregulation® (CSIR®) bei Neugeborenen und Frühgeborenen im ambulanten Setting geschrieben, eine qualitativ-explorative Pilotstudie. Das sog. Rebonding, das Anlegen des Kindes an die Mutter nach einem Kaiserschnitt, nach der Verwendung einer Saugglocke oder medikamentöser Unterstützung wird im Hause an den Abteilungen auch ambulant angeboten. Hier konnte man eine messbare Entspannung bei einigen Babys feststellen.

Manchmal werden auch Großelternteile in die Beratung miteinbezogen „Die Erfahrungen der Großeltern soll man schätzen, aber es ist auch sehr viel Wissen seit jener Zeit, als es noch den Rat gab, Kinder im Bett schreien zu lassen, hinzugekommen“, meint Rosemarie Huber, „es darf sich etwas entwickelt haben.“ Und auch eine Mama darf einmal müde sein. Für alleinerziehende Mütter ist wichtig, dass sie ein gutes Netz zur Unterstützung haben, sodass sie das Kind einmal der Oma oder einer Freundin anvertrauen können. „Es gibt den Spruch: Wenn du ein Kind erziehen willst, brauchst du ein ganzes Dorf.“ Bis zu vier Personen kann ein Baby als Hauptbindungspersonen (Bindungspartner) haben, am wichtigsten ist naturgemäß die Hauptbindungsperson. Rosemarie Huber erinnert daran, dass man selbst in einer Partnerschaft quasi alleinerziehend sein kann, wenn der Partner emotional oder tatsächlich nicht verfügbar ist. Wichtig sei immer, ein freundliches Bild vom Vater zu zeichnen. In Vorbereitung sei überdies ein Blog für Paare, die ungewollt kinderlos bleiben oder Fehlgeburten erlitten haben. Psychologische Hilfe wird am Uniklinikum Salzburg in allen Fällen angeboten.
Selbst Mutter zweier erwachsener Kinder, findet Rosemarie Huber Ausgleich in der Großfamilie und in der Musik, besonders im Chorgesang. „Die Musikalität liegt bei uns in der Familie“, so Rosemarie Huber. Ihre Tochter ist Singer-Songwriterin, der Sohn Tontechniker und Schlagzeuger. 

Film “Alles rund um die Geburt“

Weitere Facts

  • 1970-1978 Volksschule und Mädchenhauptschule Goldenstein in Elsbethen
  • 1981-1984 Bundeslehranstalt für wirtschafltiche Frauenberufe
  • Krankenpflegeschule für Kinder- und Jugendlichenpflege
  • 1984-2011 Pflegetätigkeit Division für Neonatologie
  • 2001 Diplom für Intensiv- und Anästhesiepflege für Kinder
  • Seit 2007 Craniosakrale Impulsregulation (C.S.I.R.)
  • 2016-2020 Universitätslehrgang der PMU Early Life Care
  • 2011-2021 Stillberaterin, jetzt organisator. Leiterin der Stillberatung
  • Seit 2011 Leiterin der Elternschule
  • Vortragstätigkeit Krankenpflegeschule
  • Wohnt mit Familie in Grödig, zwei erwachsene Kinder, die sich der Musik verschrieben haben
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Letzte Änderung: 25.03.2021
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