„Ich wurde von dem Preis eigentlich total überrascht, da ich von der Einreichung meiner PhD-Arbeit, der Dissertation über autoimmune Lebererkrankungen zur Erlangung des Doktorats der Medizinischen Wissenschaften, gar nichts wusste“, lächelt der Absolvent des PhD (Doctor of Philosophy).

Als einziger Vertreter einer Privatuniversität ist er für seine Dissertation als Preisträger vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung ausgewählt worden. Der Award of Excellence wird an die 40 besten der vielen eingereichten Dissertationen verliehen. Nominiert wurde Stephan Zandanell von der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, an der er auch studiert hat. Der Facharzt für Innere Medizin mit Zusatzfach Gastroenterologie-Hepatologie, also Magen, Darm und Leber, ist in der Spezialambulanz für Magen-Darm-Erkrankungen und in der Endoskopie tätig.

„Meine Dissertation schrieb ich im Detail über primäre biliäre Cholangitis, eine autoimmune Lebererkrankung. Autoimmunkörper wurden bestimmt und es stellte sich heraus, dass diese Entzündung der Gallengänge mit einem Blutbefund früher entdeckt werden kann. Gallensäure, die in der Leber produziert wird, kann nämlich auch im Blut gemessen werden“, führt Zandanell aus.

Stephan Zandanell hebt das wissenschaftsfreundliche Klima an seiner Abteilung, der Universitätsklinik für Innere Medizin I mit Gastroenterologie-Hepatologie, Nephrologie, Diabetologie und Stoffwechselerkrankungen unter der Leitung von Universitätsprofessor Bernhard Paulweber hervor. Besonders motiviert habe ihn der Leberspezialist der Abteilung und Dekan für Lehre der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, Universitätsprofessor Elmar Aigner. „Die Tätigkeit in den Ambulanzen ermöglicht klinische Forschung mit unmittelbarem Bezug zu betreuten Patienten und diese kann sich in der Folge auch unmittelbar positiv auf diese auswirken“, erläutert Stephan Zandanell. „Obgleich es schon auch Freizeit erfordert, konnte ich wissenschaftliche Tätigkeit ideal mit der täglichen Arbeit kombinieren, weil wir ein gutes Team waren, Kollegen, die in der Ambulanz die Daten erhoben und auch personelle Unterstützung in der Analyse vorhanden war. Die Studie konnte in wissenschaftlichen Journals publiziert werden, sie umfasste den detailliert aufgearbeiteten natürlichen Verlauf von mehr als 400 Patientinnen und Patienten, wodurch neue Erkenntnisse über das Spektrum und den Verlauf dieser seltenen Erkrankung gewonnen werden konnten.

Die Studie reiht sich in andere ein, auch Kolleginnen und Kollegen aus den Bereichen Stoffwechsel und Nieren machen den PhD. Generell benötigt man dafür drei Jahre, die Coronazeit hat auch hier Verzögerungen bewirkt. „Man sieht in unserer großen Abteilung sehr viele Patienten, die Innere Medizin I hat viel Ambulanzbetrieb und leistet Basisversorgung, verfügt aber als Uniklinik auch über zahlreiche spezialisierte Forschungsgebiete vor allem im Stoffwechselbereich. So gehören autoimmune oder virale Lebererkrankungen zu den selteneren.“

Nahezu ausgestorbene Krankheiten und seltene Infektionen bekam Stephan Zandanell bei diversen Auslandsaufenthalten zu Gesicht, etwa während seiner Famulatur am Londoner Hospital for Tropical Diseases in London. Parasitenkrankheiten oder Lepra sind an dieser Klinik im Melting Pot mit kolonialer Vergangenheit keine Seltenheit.

An einem öffentlichen Krankenhaus in Sri Lanka erhielten Patienten praktisch nur den Platz und eine Behandlungsempfehlung. Eine Tablettentherapie musste bezahlt werden, Essen brachten Angehörige. „Spannend war auch die Arbeit in einer Notaufnahme in Bangkok. Man sieht wieder, wie gut unsere Gesundheitsversorgung und die hygienischen Standards sind“, so der Mediziner.

Familiär ist Stephan Zandanell in der Stadt Salzburg verwurzelt. Seine Gattin ist Kardiologin an der Universitätsklinik für Innere Medizin II., die Familie hat zwei Kinder. In seiner Freizeit spielt er gerne Tennis oder verbringt Zeit in der Natur beim Wandern.

Weitere Facts

  • Schulzeit und Matura in der Stadt Salzburg
  • 2013 Abschluss des Medizinstudiums an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU)
  • Dezember 2013 Eintritt in die Salzburger Landeskliniken
  • Jänner 2020 Abschluss der Facharztausbildung für Innere Medizin
  • März 2022 Abschluss des Zusatzfaches Gastroenterologie-Hepatologie
  • 2021 Erlangung des Doktorrates der Medizinischen Wissenschaften
  • 2022 Award of Excellence des Wissenschaftsministeriums
  • An der Universitätsklinik für Innere Medizin I mit Gastroenterologie-Hepatologie, Nephrologie, Diabetologie und Stoffwechselerkrankungen werden jährlich rd. 2 100 Patientinnen und Patienten stationär aufgenommen, die Ambulanzen werden rd. 44 960 Mal im Jahr aufgesucht.
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Letzte Änderung: 25.03.2021
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