Presse

    Süchte und Visionen (Salzburger Nachrichten) 13.08.2009

    Krankhafte und selbstzerostörerische Sportsucht ist ein Extrem, das, wie vergangene Woche an dieser Stelle berichtet, nicht unterschätzt werden darf und wie jede andere Sucht eine fachgerechte Therapie erfordert.

    Josef Niebauer, führender Sportmediziner an der Universitätsklinik Salzburg, sieht sich aber sofort zu einem Konter herausgefordert. Er spricht viel lieber von „Inaktivitätssucht“, die heute gesundheitlich besorgniserregende Ausmaße annehme. Die meisten Autofahrten sind nicht länger als ein bis zwei Kilometer. Auf großen gebührenpflichtigen Parkplätzen fährt man ein paar Mal im Kreis, um möglichst nahe der Kassa zu parken. Fernbedienungen vom Fernseher bis zum Garagentor sollen das Leben erleichtern. Motorisierte Rasenmäher sparen Kraft. Und immer mehr ein Hit: elektrische Fahrräder.

    Wir bewegen uns von Jahr zu Jahr systematisch weniger, haben aber noch immer das stark auf Bewegung ausgerichtete genetische Rüstzeug von Steinzeitmenschen. Die Evolution des Menschen wird zeigen, wohin sich unsere Spezies entwickelt. „Rund und g’sund“ lautet dann vielleicht wirklich einmal das Motto der Medizin. Aber leider: Das wird noch dauern.
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