Neonatologische Nachsorge Ambulanz

Neonatologische Nachsorgeambulanz

Unsere Nachsorgeambulanz befindet sich im Eltern-Baby-Zentrum im Erdgeschoß.

Alle Kinder mit neonatologischen Besonderheiten werden in dieser Spezialambulanz unter Terminvergabe nachbetreut. Üblicherweise erfolgt der erste Termin vier bis sechs Wochen nach Entlassung, bei Besonderheiten früher. Im Rahmen dieser Nachsorge wird die erste Zeit, die Sie mit Ihrem Kind zu Hause verbracht haben, evaluiert.
Es wird eine körperliche Untersuchung durchgeführt, Blutwerte kontrolliert und der Gewichtsverlauf von Ihrem Kind beobachtet. Medikamentendosierungen werden besprochen und angepasst (Tabelle 1) und die weiterführende Ernährung festgelegt.

Auch die Dauer und Häufigkeit der neonatologischen Nachsorge wird individuell an Bedürfnisse des Kindes angepasst.

Ebenso wird bei Bedarf auf unterstützende Versorgungsstrukturen hingewiesen oder Kontakte hergestellt. Wie beispielsweise eine Gesprächsgruppe für Frühchen-Eltern, eine Frühförderung und Familienbegleitung u.v.m.

Des Weiteren koordinieren wir notwendige Termine und vernetzen die Kinder, wenn notwendig, mit anderen Professionen wie Kindernephrologie, Gastroenterologie oder Lungenambulanz. Wir pflegen eine enge Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kollegen/-innen.

Es ist uns wichtig, nicht nur zu glauben, dass die Kinder mit ihren Familien nach der Entlassung daheim einen guten Start haben, sondern zu sehen, dass sie gut mit ihrer neuen Situation zurechtkommen. So können wir bei Bedarf rechtzeitig Hilfe anbieten.

Wenn bestehende Termine nicht eingehalten werden können, bitten wir um rechtzeitige Absage unter der Telefonnummer +43 (0) 5 7255-26250.

Auf folgende Punkte legen wir besonderen Wert:

  1. Ernährung und Vitamine
  2. Medikamente
  3. Durchführung der empfohlenen Impfungen
  4. Plagiozephalus-Prophylaxe

1& 2. Ernährung und Vitamine bzw. Medikamente
Wir legen sehr viel Wert auf die Einschätzung des allgemeinen Gedeihens – insbesondere auf die Beratung der optimalen Ernährung. Alle Frühgeborenen sollten entsprechend ihres postnatalen Gewichtsverlaufs, zumindest bis zum errechneten Termin, eine Anreicherung der Muttermilch erhalten bzw. eine entsprechende Frühgeborenen-Entlassungsnahrung. Die Anreicherung enthält vor allem zusätzliches Eiweiß, Calcium und Phosphat für den Knochenstoffwechsel, Vitamin D und zum Teil Eisen.

Studien haben gezeigt, dass ein adäquates Gedeihen und eine perzentilengerechte Kopfumfangszunahme besonders bei Frühgeborenen die neurologische Entwicklung aber auch die allgemeine spätere Gesundheit wesentlich beeinflussen.

Neben der speziellen Ernährung sollten laut österreichischer Empfehlung der ÖGKJ alle Frühgeborenen zusätzlich zur Vitamin-D-Gabe ein Eisenpräparat zumindest bis zur Einführung fleischhaltiger Beikost (besser bis zum ersten Geburtstag) und ein Multivitaminpräparat erhalten (Details siehe Tabelle 1).

Zur individuelleren Abstimmung der zusätzlichen Supplementation führen wir zumindest einmal nach der Entlassung eine Bestimmung des Blutbildes, der Eisen- und der Knochenstoffwechselparameter durch.

Bei Bedarf verwenden wir ,neben den routinemäßig verordneten Substitutionen (Oleovit und Multini Tropfen bzw. Ferrum Hausmann Tropfen) zur Unterstützung des Knochen-Stoffwechsels, eigens in unserer Apotheke hergestellt Calcium/Phosphat Kapsel (siehe Tabelle 1). Tabelle 1 - Häufig verwendete Medikamente und ihre EigenschaftenAnhang 2: PDF - Konsensuspaper Ernährung Frühgeborenes nach der Entlassung; Haiden et al 2012, ÖGKJ

3. 6-fach und Pneumokokken-Impfung
Impfungen gehören bei jedem Kind zu den wichtigsten Vorsorgemaßnahmen. Dies gilt natürlich auch für frühgeborene Kinder. Gerade weil manche dieser Kinder einen schwierigen Start ins Leben hatten sollten sie vor weiteren schwerwiegenden Erkrankungen geschützt werden.

Wir starten auf unserer Station die Grundimmunisierung (6-fach und Pneumokokken Impfung) im Alter von chronologisch 60 Lebenstagen. Dies entspricht einem Alter von 2 Monaten ab dem tatsächlichen (und nicht errechneten!) Geburtstermin.
Beispielsweise: Kind am 03.02.2021 in SSW 26 + 5 geboren– Verabreichung der ersten 6-fach bzw. Pneumokokken-Impfung am 03.04.2021.

Im weiteren Verlauf sollten Frühgeborene ≤28+6.SSW aufgrund der verminderten Immunantwort und schnellerem Abklingen der Antikörper nach dem Schema 3+1 (anstelle von 2+1) geimpft werden.

Im Anhang finden Sie die entsprechenden Empfehlungen des aktuellen Österreichischen Impfplans.

Alle Impfungen sollen nach dem chronologischen und NICHT nach dem korrigierten Alter verabreicht werden. WEDER banale Infekte, auch wenn das Kind dadurch eine leicht erhöhte Körpertemperatur hat, NOCH Fieberkrämpfe oder Krampfanfälle in der Familie sind Hinderungsgründe für die Durchführung der empfohlenen Impfungen.

Siehe Anhang 3: PDF - Österreichischer Impfplan 2021 insbesondere Seite 160-162.

4. Plagiozephalus – auf die Kopfform Ihres Kindes achten
Die Kopfform ihres Kindes ist zum Zeitpunkt der Geburt nicht vorbestimmt. Der Kopf ist weich, die Knochen am Kopf sind noch nicht miteinander verwachsen.

Durch längeres und permanentes Liegen Ihres Kindes auf einer Seite kann sich deshalb die Kopfform verändern. Auf der betroffenen Seite flacht der Kopf ab und wird schief – ein Plagiozephalus entsteht.

Verformungen sind so lange möglich, bis die betroffenen Knochen am Kopf miteinander verwachsen sind. Viele Spalten zwischen den Knochen verschließen sich in den zwei Lebensmonaten nach dem errechneten Geburtstermin. Dadurch fixierte Verformungen sind nicht mehr so leicht zu ändern. Der endgültige Verschluss aller Fontanellen erfolgt mit ca. zwei Jahren.

Wechsellagerungen nach links und rechts bzw. unter Beobachtung des wachen Kindes auch die Bauchlage, sind hier die wichtigsten Punkte zur Vorbeugung (Prophylaxe).

Sollte eine therapeutische Intervention notwendig sein, gilt folgendes Prinzip: je früher damit begonnen wird, umso wirksamer ist es! Unterstützend kann eine physiotherapeutische Begleitung sinnvoll sein.

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