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Wenn's weh tut!
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Gelebte Nächstenliebe und Nachhaltigkeit
Katharina Hofer blickt nicht nur auf 37 Jahre als diplomierte Intensivpflegerin zurück, sie ist auch die Gründerin des VinziTisches, der seit 16 Jahren in der Unterkirche in Maxglan die Ärmsten der Stadt einmal die Woche mit Lebensmitteln versorgt. Ihr Konzept war es, überschüssige Bestände von Lebensmittelgeschäften sowie Ware rund um das Mindesthaltbarkeitsdatum einer weiteren Verwendung zuzuführen. Mittlerweile sind auch an anderen Standorten im Land VinziTische entstanden.
„Ich fühlte schon als junge Frau den Wunsch, den Ärmsten der Gesellschaft zu helfen und besuchte zunächst die Fachschule für Familienhilfe und Behindertenbetreuung. Im Zuge eines Praktikums bei den Barmherzigen Brüdern wurde mir empfohlen, die Gesundheits- und Krankenpflegeschule der Brüder in Wien zu besuchen, was ich dann auch tat. Es war ein großer Schritt für mich als Bergbauernkind aus dem Pinzgau.“ Zurück bei den Barmherzigen Brüdern 1989, absolvierte sie 1993 das Intensivdiplom und war viele Jahre betraut mit der Stellvertretung der Stationsleitung. 2002 wechselte sie in die Landesklinik Hallein. Nebenbei besuchte sie verschiedene theologische Ausbildungen. „Ich hatte immer eine Liebe zur Armut, vielleicht aus meinem christlichen Hintergrund heraus. Das Ehrenamt spielte in meiner Familie eine große Rolle. Ich dachte mir: Einerseits werden Lebensmittelprodukte so verschwendet, andererseits gibt es daneben Menschen, die nicht einmal das Notwendigste zum Leben haben. So entstand die Idee zum wöchentlichen VinziTisch.“
In Österreich gibt es 205 Vinzenzgemeinschaften. Bekannt ist etwa der VinziBus, der täglich im Andräviertel auffährt. Die Vinzenzgemeinschaften leiten sich vom Heiligen Vinzenz von Paul her, einem französischen Heiligen aus dem 17. Jahrhundert, in dessen Namen eine Ordensgründung erfolgte. Die sog. Vinzentinerinnen oder Barmherzigen Schwestern wurden in Schwarzach im Pongau 1844 durch Fürsterzbischof Friedrich von Schwarzenberg im Zuge der Spitalsgründung angesiedelt. Sie sind auch eine jener Schwesternschaften, die im Universitätsklinikum Salzburg früher Dienst taten. Charakteristisch waren ihre ausladenden Flügelhauben, die auf historischen Fotos noch zu sehen sind. Das Salzburger Stammhaus befindet sich zwischen Salzachgässchen und Campus LKH. Die vielen Vinzenzgemeinschaften bilden die größte ehrenamtliche Laienbewegung weltweit. Mit mehr als einer Million Mitgliedern haben sie sich der tätigen Nächstenliebe verschrieben. „Der VinziTisch ist ein Spiegel der Gesellschaft. Wer heute die Tür in Maxglan öffnet, trifft nicht nur auf Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben. Es sind Menschen mit niedrigen Pensionen, Alleinerziehende, sogar Menschen mit Erwerbstätigkeit, die an den hohen Kosten für Energie und Wohnen verzweifeln“, schildert Katharina Hofer.
Ihren Beruf als Intensivpflegerin übt sie mit 30 Wochenstunden aus, um Zeit für ihre ehrenamtliche Tätigkeit zu haben. „Wir sind ein sehr nettes elfköpfiges Team an der interdisziplinären Wachstation der Landesklinik Hallein, ich werde in meinem Tun auch unterstützt.“ Anlässlich eines runden Geburtstages im Team gefragt, was sie sich wünsche, antwortete sie: „Ich brauche kein Geschenk. Ich wünsche mir, dass jeder einen Leib Brot mitnimmt und wir dann belegte Brote gemeinsam an die Bedürftigen der Stadt verteilen.“ So geschah es dann. Katharina Hofer: „Es wurde nach anfänglicher Skepsis und Betroffenheit für alle ein sehr schönes und beeindruckendes Erlebnis. Gelebte Nächstenliebe drückt sich nicht in großen Worten, sondern im konkreten Handeln aus.“
Sie ergänzt: „In gewisser Weise ähnelt die Arbeit auf der Intensivstation der Arbeit mit den von Armut Betroffenen: Man steht Menschen in Ausnahmesituationen bei, die sich selbst nicht mehr helfen können.“ Erholung von Arbeit und Ehrenamt findet Katharina Hofer in der Musik, so besucht sie gerne die Festspiele, oder mit guten Freunden.
- geboren in Taxenbach
- Fachschule für Familienhilfe und Behindertenbetreuung
- Gesundheits- und Krankenpflegeschule in Wien
- 1989 Krankenhaus der Barmherzigen Brüder
- 1993 Intensivdiplom
- 2002 Landesklinik Hallein
- 2010 Gründung VinziTisch in Maxglan
- lebt in Salzburg
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