Early Life Care – geglückter Start in ein neues Leben

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Wenn's weh tut!

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© SALK/Walch

Early Life Care – geglückter Start in ein neues Leben

Ihr Betätigungsfeld fasst Elisabeth Bürgler, Pflegeexpertin APN für Family Care/Early-Life-Care in der Betreuungsstelle des Early-Life-Care-Zentrums so zusammen: „Mein Aufgabenbereich umfasst die Gestaltung und Sicherstellung optimaler Bedingungen für Kind und Eltern rund um Schwangerschaft, Geburt und die ersten drei Lebensjahre. Early-Life-Care ist eine multidisziplinäre Aufgabe und kann nur in einem Team bestehend aus Pflegepersonen, Kinder- und Frauenärztinnen und -ärzten, Psychologinnen, Hebammen, Entlassungsmanagement und Sozialarbeiterinnen umgesetzt werden. Dazu haben wir auf unserer Wochenbettstation eine multidisziplinäre Visite eingeführt. Koordinatorin des Early-Life-Care Zentrums ist die Kinder- und Jugendchirurgin Ulrike Metzger.“

Ein Netzwerk für Familien spannen

„An einem typischen Arbeitstag führt mich am Morgen mein erster Weg auf die Wochenbettstation, um zu sehen, wie es den Familien geht und ob es Familien mit besonderem Betreuungsbedarf gibt. Ein Screeningbogen hilft, Problemfelder zu identifizieren. So wird der Bedarf an besonderer Begleitung erhoben und ein individuelles Unterstützungsnetzwerk kann gemeinsam mit den Familien gestaltet werden.“ Diese Arbeit sei etwas sehr Schönes, aber auch Herausforderndes, sagt Elisabeth Bürgler. „Für manche ist das Geburtserlebnis überwältigend, andere haben soziale Schwierigkeiten, wieder andere müssen mit der Krankheit des Kindes oder mit eigenen physischen oder psychischen Schwierigkeiten zurechtkommen. Auch beim Bindungsaufbau zwischen Eltern und Kind, dem sogenannten Bonding, ist manchmal Unterstützung nötig. Der Start ins Familienleben soll gut gelingen. Dazu werden ambulante Unterstützungsangebote wie z.B. die ‚Frühen Hilfen‘ oder Nachsorgehebammen vermittelt, damit die Unterstützung und Betreuung auch bei den Familien zu Hause gewährleistet ist.“

Die Frühphase des Lebens ist für ein Kind entscheidend und hat einen großen Einfluss auf seine Gesundheit. Aber auch die Eltern sollen in ihrer Rolle gestärkt werden und den Alltag mit dem Neugeborenen gut bewältigen können. Manchmal hilft es schon, wenn sie einfach erfahren, dass vieles ganz normal ist, was sie erleben. Elisabeth Bürgler: „Es ist schön zu erleben, dass man mit der eigenen Arbeit wirklich helfen kann.“

Masterstudiengang Early Life Care

Ihre Ausbildung absolvierte Elisabeth Bürgler an der Krankenpflegeschule der SALK und an der PMU am Institut für Pflegewissenschaft. Sie arbeitete zunächst in verschiedenen Bereichen der Kinder- und Jugendlichenpflege sowie als Lehrerin für Gesundheits- und Krankenpflege. Seit 2021 ist sie als Pflegeexpertin APN am Uniklinikum Salzburg tätig und schloss den berufsbegleitenden Universitätslehrgang Early-Life-Care ab. Dieser vermittelt fundiertes, praxisnahes und ganzheitliches Know-how, um Familien in ihrer ersten Zeit mit Wissen, Empathie und Achtsamkeit zu begleiten. Integraler Bestandteil der Ausbildung ist die Zusammenarbeit der verschiedenen Berufsgruppen auf Augenhöhe. Ursprünglich initiiert vom ehemaligen Vorstand des Kinderzentrums und Rektor der PMU, Professor Wolfgang Sperl, wird der Lehrgang seit 2016 von der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) in gemeinsamer Trägerschaft mit St. Virgil Salzburg durchgeführt. Es handelt sich um ein berufsbegleitendes, siebensemestriges Studium, das sich optimal in den Berufsalltag integrieren lässt. Der Unterricht findet an vier Blockwochenenden pro Semester (Freitag-Sonntag) statt, ergänzt durch Selbststudium und strukturierte Lernzeiten.

Advanced Practice Nurse

Ein Masterstudium ermöglicht die Tätigkeit als APN, Advanced Practice Nurse, einer in den USA bereits in den 60er-Jahren entwickelten Berufsrolle mit erweiterter und vertiefter Pflegepraxis als autonomem Arbeitsfeld der Pflege. Elisabeth Bürgler ist APN für Family Care/Early Life Care und war selbst an der Entwicklung dieses Berufsbildes beteiligt. Heute unterrichtet sie an verschiedenen Ausbildungsstätten wie z.B. an der Gesundheits- und Krankenpflegeschule und an der FH zum Thema familienzentrierte Pflege und im Early-Life-Care-Studium. Weitere APN-Rollen im Kinderzentrum des Uniklinikums Salzburg sind die APN für pädiatrische Palliative Care, APN für chronisch-entzündliche-Darmerkrankungen und Rheuma.

Wie schon der berufliche Werdegang verrät, studiert und liest Elisabeth Bürgler in ihrer Freizeit gerne. Sie ist Mutter einer Tochter und zählt Schifahren, Berggehen und Radfahren zu ihren Freizeitbeschäftigungen. Ehrenamtlich engagiert sie sich für den Berufsverband Kinderkrankenpflege Österreich (BKKÖ) und die German Speaking Association für Infant Mental Health (GAIMH).

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