„Ich dachte mir, da die Kinder nun aus dem Haus sind, kann ich noch einmal etwas Neues anfangen.“ Gesagt, getan. Die gelernte psychiatrische Gesundheits- und Krankenpflegerin begann den berufsbegleitenden Weiterbildungslehrgang der Gesundheitspädagogik, der an der Fachhochschule Kärnten angeboten wurde. Seit 2018 pendelt die gebürtige Kärntnerin nun zwischen Salzburg und Klagenfurt und ist hauptberuflich Lehrerin an der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege. Diese hat in den letzten Jahren bekanntlich einen Wandel von der Ausbildungsstätte für Diplomierte zu jener für Pflegefachassistenten durchgemacht.

Mit Beginn der COVID19-Pandemie wechselte sie vorübergehend wieder in die praktische Arbeit am Krankenbett. Bis Mai arbeitete sie vornehmlich auf der COVID-Verdachtsstation, mit einem zusammengewürfelten, aber bald eingeschworenen Team. Manchmal wurden täglich „nur“ 15 Personen in schlechtem Allgemeinzustand zur Abklärung eingeliefert, manchmal aber auch 10 in nur zwei Stunden. In jener Zeit pendelte sie nicht nach Klagenfurt, lebte quasi in Selbstisolation, um die Angehörigen, insbesondere die über achtzigjährigen Eltern nicht zu gefährden. Parallel dazu stiegen ihre Lehrerkollegen auf Distance learning um. Zunächst bekamen die Schülerinnen und Schüler Arbeitspakete, bald gab das Bildungsministerium Lizenzen für Lehrende für Microsoft Teams aus, mit dem neben Videounterricht auch das Hochladen von Aufgaben, Tests u.ä. möglich ist. Ab Mai begann wieder praktischer Unterricht vor Ort.

Mit Abstand und Maske bald wieder anlaufen konnten auch die Trainingseinheiten im Kompetenzzentrum, das praktische Lernen pflegerischer Tätigkeiten an den sog. Mannequins. Blutabnahme oder Pulsfühlen können hier an Puppen geübt werden. Sogar sprechen können diese mit dem Auszubildenden, indem die Lehrkraft via Headset daraus zu hören ist. So wird in Simulationsszenarien geübt, wie man reagiert, wenn etwa ein Patient mit Demenz darauf besteht, nachhause gehen zu wollen. Bei den eigentlichen Simulationen, die auch für Nachbesprechungen mit Video aufgezeichnet werden, kommen die noch komplexer gebaute Nursing Ann oder sogar Schauspieler zum Einsatz. Jeder nimmt in einem Dreierteam einmal die Position des Patienten, des Pflegenden und des Auszubildenden ein, er erlebt eine Situation wie das Legen eines Dauerkatheters aus verschiedenen Perspektiven: erleben, selber machen und zuschauen. Im Vordergrund der spannenden und praxisnahen Lernkonzepte steht das lösungsorientierte Lernen.

Im Oktober 2021 beginnen wieder zwei Vollzeitklassen der Ausbildung zur Pflegefachassistenz. Förderungen des AMS für Berufsumsteiger erleichtern den Einstieg. Besonders geeignet und gut angenommen ist die Teilzeitausbildung für Berufstätige und Alleinerzieherinnen mit angepassten Beginnzeiten der theoretischen Blöcke um 9.45 Uhr. Die Zeit der Ausbildung verlängert sich hier von zwei Jahren auf drei. „Wenn die COVID-Krise etwas Positives brachte, dann die allgemeine Erkenntnis, dass der Pflegeberuf wichtig und attraktiv ist. Nicht wenige haben in dieser Zeit den Mut gefasst, etwas Neues zu beginnen und eine Umschulung in Angriff zu nehmen. Es sind auch einige dabei, die vorher im Gastgewerbe tätig waren“, so Gerlinde Katz, „und sie sind froh, diese Chance genützt zu haben. Die Einsatzbereiche in der Pflege sind äußerst vielfältig: Im psychiatrischen Bereich ist z.B. die Beziehungspflege sehr wichtig, weniger Wundversorgung oder Infusionstherapie. Man begleitet Patienten oft über ein Jahr.“ Schuldirektor Markus Widlroither: „Pflege ist ein absolut krisensicherer, gut bezahlter und erfüllender Beruf.“ Sogar eine Pflegefachassistenzausbildung mit Matura gibt es schon, im Multiaugustinum in St. Margarethen im Lungau.

Als Klassenvorstand hält Gerlinde Katz derzeit montags bis donnerstags Präsenzunterricht in der Schule, mit FFP2-Masken, Abstand, Händedesinfizieren und erweiterten Klassenräumen, freitags findet Distance learning statt.
Wie schaltet Gerlinde Katz ab zwischen täglicher Arbeit und Zugpendeln am Wochenende? „Ich bin prinzipiell sehr gerne in der Natur, vor allem in den Bergen, unterwegs. Schitourengehen, Laufen, Wandern, Klettersteige, Radfahren, Lesen, Reisen… Heuer bin häufig ich nach Kärnten gependelt zu meinem Mann, dort war ja lange mehr Schnee. Sonst fährt auch er regelmäßig zu mir nach Salzburg.“

Weitere Facts

  • Geboren und aufgewachsen in Klagenfurt
  • 1990 Diplom der allgemeinen Gesundheits- und Krankenpflege, 1991 Diplom für psychiatrische Krankenpflege
  • 15 Jahre in der KABEG
  • 2017 Abschluss des Lehrganges für Gesundheitspädagogik an der FH Kärnten
  • September 2018 Dienstantritt an der Gesundheits- und Krankenpflegeschule der SALK
  • Verheiratet, zwei Töchter im Alter von 26 und 23 Jahren
  • Information - Bildungszentrum - Salzburger Landeskliniken (SALK)
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